Bundesliga: Union schießt Mainz 05 tiefer in die Krise – Zlatanisches Drama um Milan


Top-News 1: Bundesliga – 0:4-Pleite bei Union Berlin verschärft Mainzer Krise

Mit Jan-Moritz hat Mainz 05 kaum Lichte Momente… Die Rheinhessen verloren auch mit Interimstrainer Jan-Moritz Lichte das Freitagsspiel in der Fußball-Bundesliga mit 0:4 (0:1) beim 1. FC Union Berlin. Es war die 3. Niederlage im 3. Spiel für den FSV in dieser Saison.

Die Berliner traten noch ohne die beiden Neuzugänge Loris Karius (FC Liverpool) und Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen) auf. Sie waren vor 4.400 zugelassenen Zuschauern in der Alten Försterei das in allen Belangen überlegene Team.

Logische Folge: Die 1:0-Führung (13.) durch Max Kruse. Der Ex-Nationalspieler köpfte eine Rechtsflanke von Sheraldo Becker wuchtig ein. „Er hat dieses Selbstvertrauen, diese gewisse Arroganz, er weiß, dass er seine Chancen bekommt“, sagte Ex-Fußballprofi Sebastian Kneißl in der Halbzeit-Analyse bei DAZN.

Nach der Pause kam Union hellwach in die Partie zurück. Nach Vorarbeit von Christopher Trimmel traf Marcus Ingvartsen aus 4 Metern zum 2:0 (49.). Gegen eine Mainzer Mannschaft, die kaum zu einem geordneten Spielaufbau kam, war das schon die Vorentscheidung. Union hatte aber noch lange nicht genug. Marvin Friedrich (63.) schraubte sich wieder höher als alle Mainzer. Er köpfte zum 3:0 ein. Erneut kam die Vorarbeit von Trimmel. Dieses Mal mit einer Freistoßflanke von rechts. Der ehemalige HSV-Leihstürmer Joel Pohjanpalo kam nach 64 Minuten für Max Kruse ins Spiel. 35 Sekunden nach dieser Einwechslung erzielte der Finne das 4:0. Der Stürmer drehte Robin Hack am Fünfer förmlich ein. „Am Dienstag ist er aus Leverkusen erst angereist und hat im ersten Training hat er gleich 2 Weltklasse-Tore rein genagelt“, berichtete Kneißl bei DAZN. Er schien also gut in Form zu sein…

Das war der Schlusspunkt. Es wurde der höchste Bundesliga-Sieg für Union Berlin. Gleichzeitig blieben die Mainzer neben Köln und dem SC Paderborn eines von 3 Teams, gegen die die Köpenicker in der Bundesliga noch nie verloren haben. „Einfach war es nicht, wir haben über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht“, sagte der überragende Christopher Trimmel bei DAZN. „Wir sind in der Bundesliga angekommen und haben Super-Transfers getätigt, man spürt, dass wir mehr Erfahrung haben“, so der 33-jährige Österreicher weiter. „Es ist ein geiles Gefühl, in der Bundesliga zu treffen, das war schon immer so, Kopfballtore sind bei mir eher selten“, befand Max Kruse nach dem Spiel.

Bei Mainz 05 sind die Chaos-Tage nach dem Spielerstreik und der Demission von Coach Achim Beierlorzer noch lange nicht vorbei. Spielerisch machte die Lichte-Elf einen desolaten Eindruck. Auch juristisch ist die Karnevalsnummer in Mainz noch nicht zu Ende. Der vom FSV suspendierte Stürmer Adam Szalai (32) zieht nach Informationen des Kicker-Sportmagazins (Donnerstag-Ausgabe) am 8. Oktober gegen den Bundesligisten vors Arbeitsgericht.

1. FC Union Berlin - FSV Mainz 05 4:0
Max Kruse (Union Berlin) beim 4:0 gegen Mainz 05. Foto: Imago Images / Matthias Koch

Top News 2: Europa League: Wie Milan einmal Fußballstar Zlatan Ibrahimovic mit 24 Elfern zum Geburtstag gratulierte…

Rio Ave AC Mailand 8:9 n. E.
Aus, Aus, Aus - Das Elfmeterschießen ist aus! Nach 24 Schüssen durfte der AC Mailand bei Rio Ave im Europa-League-Playoff jubeln. Foto: Imago Images / Pro Sports Images

Zlatan Ibrahimovic wird am Samstag 39 Jahre alt. Seine Mannschaftskollegen wollten ihm am späten Donnerstagabend wohl ein besonders sinniges Vorab-Geschenk machen. Mit einem epischen Elfmeter-Drama im Europa-League-Playoff bei Rio Ave in Portugal.

Die Idee aus der Waldorfschule, den Namen des Geburtstagskindes zu tanzen, wäre per se schon nicht schlecht gewesen. Die Milan-Stars um Lotto King Calhanoglu setzten aber noch einen drauf. Sie wollten wohl das Alter des Geburtstagskindes in Elfmetern abbilden. 24 sind es am Ende geworden. 39 wären es gewesen, das ist noch ausbaufähig…

Wir wollten Ihnen diese Geschichte eigentlich schon in der Nachtschicht zum Freitag schildern. Aber da wurden in Rio Ave noch Elfmeter geschossen! Ohne den italienischen Nationaltorhüter Gianluigi Donnarumma würden sie unten in Portugal wahrscheinlich immer noch Elfer treten. Und den Geburtstag von Zlatan möglicherweise auch noch verpassen!

Auch ohne den nach Corona-Infektion in Quarantäne befindlichen Maestro aus Schweden gilt: Es war ein zlatanisches Drama. Wert, es in einer eigenen Story zu erzählen. Trotz Verspätung. Das macht nichts.

Der AC Mailand war in dieser Partie eigentlich schon nominiert für den goldenen Trottel-Orden. Um diese wenig begehrte Auszeichnung bewerben sich nun in der Europa League der FC Kopenhagen (0:1 gegen NK Rijeka) und der VfL Wolfsburg, der in der Nachspielzeit mit 1:2 AmEcK Athen scheiterte (Ligalive.net berichtete).

Bei der Sichtung der TV-Bilder bei SPORTDIGITAL drängte sich nach torlosen 45 Minuten eigentlich nicht der Eindruck auf, dass dies ein Jahrhundertspiel werden kann. Aber, alte Geburtstagsweisheit: In den kleinsten Paketen stecken oft die größten Überraschungen. Nach Toren von Alexis Staelemakers (51.) für Milan und Francisco Geraldes (72.) kam Bewegung in die Partie. Gelson Dala (91.) traf direkt nach Anpfiff der Verlängerung zum 2:1 für Rio Ave. Ein Party-Crasher? Nicht für den AC Mailand!

Hakan Calhanoglu (120. + 2) rettete den glorreichen AC Milan mit einem Foulelfmeter in den Shoot-out. Jetzt ging die Elfer-Party richtig los. 24 Schussversuche – und einige wirkten wirklich wie nach 23 Uhr auf einer Gartenparty. Uninspiriert und wackelig geschossen…

Nach dem 15. Schuss vergab Lorenzo Colombo als erster für Milan. Er schoss über das Tor! Rio Ave gab den Vorteil jedoch direkt – und nicht zum letzten Mal an diesem Abend – wieder aus der Hand. Nelson Monte traf den Innenpfosten, der Ball trudelte von der Torlinie an den rechten Pfosten – und raus. Die nächsten 2 Elfer von Rafael Leao (AC) und Ivo Pinto saßen dann wieder. Auch, wenn Pinto im Party-Modus geschossen hatte. Der Ball rutschte Donnarumma noch durch. Der Milan-Keeper trat dann selbst aus 11 Metern an – und scheiterte! Der Ball ging über das Tor von Rio Ave. Auch die nächsten 2 Elfmeter waren Fahrkarten – von Ismael Bennacer und Geraldes (Rio Ave, Pfosten). Es blieb beim 8:8. Simon Kjaer hatte dann die Faxen dicke. Der ehemalige Wolfsburger jagte den Ball wie einst Johan Neeskens in die Tormitte – 8:9. Dass man Elfmeter nie halbhoch schießen sollte, musste Aderllan Santos bitter feststellen. Er vergab gegen Donnarumma – und das Spiel war aus! 8:9, Milan doch noch in Europa und die Zlatan-Party war gerettet.

„Milan: Erster Sieg im Elfmeterschießen seit Manchester 2003“, jubelte Italiens Fußball-Bibel Gazzetta dello Sport, „zwei Lotterien mit ultimativer Spannung.“ Vor 17 Jahren – auch damals gab es Zlatan Ibrahimovic schon im Profifußball – hatte man sich mit 3:2 im Elfer-Krimi gegen Juventus im Champions-League-Finale durchgesetzt. „Italiens Nationaltorhüter und Santos entscheiden eine Partie der 1.000 Emotionen“, sah es der Corriere dello Sport.

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Top-News 3: 30 Jahre Deutsche Fußball-Einheit – Warum es die Güt-Schow nicht beim BVB gab

Jörg Stübner DDR
Jörg Stübner in einem seiner legendärsten Länderspiele für die DDR, am 15. November 1989 und unmittelbar nach dem Mauerfall in Wien gegen Österreich (0:3). Von links: Ronald Kreer, Torwart Dirk Heyne, Dirk Stahmann, Matthias Lindner, Matthias Sammer, Mathias Döschner, Detlef Schößler, Ulf Kirsten, Andreas Thom, Jörg Stübner und Rico Steinmann. Foto: Imago Images

Er galt als ein Superstar des DDR-Fußballs. Torsten Gütschow (58) von Dynamo Dresden war von 1989 bis 1991 Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Eigentlich ein Spieler wie gemacht für die Bundesliga und für die DFB-Auswahl nach der Wiedervereinigung. Doch der Görlitzer hatte nie die Strahlkraft eines Matthias Sammer oder eines Thomas Doll – und sagte dem BVB ab!

1991 wurde Torsten Gütschow zum letzten „Fußballer des Jahres“ in der DDR gekürt. Am 3. August 1991 posierte er vor dem historischen ersten Bundesliga-Spiel mit Dynamo Dresden gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:1) und Stefan Kuntz, dem „Fußballer des Jahres“ 1991 im Westen, im Rudolf-Harbig-Stadion. Ein Symbolfoto der deutschen Fußball-Einheit.

Die brachte Gütschow allerdings nur bedingt Glück. Anders als seine Dresdner Teamkollegen Matthias Sammer und Ulf Kirsten oder die Ost-Berliner Thomas Doll und Andreas Thom, wechselte er nicht zu einem Großklub. Bayer Leverkusen schnappte sich dank des umtriebigen Beraters Wolfgang Karnath Kirsten und Thom. Sammer unterschrieb beim VfB Stuttgart. Thomas Doll schloss sich 1990 dem Hamburger SV – und wurde zur Klublegende.

Und Gütschow? Er blieb Dynamo Dresden treu. Dabei lag ihm zur Wende ein Angebot von Borussia Dortmund vor. „Ich war bei Dynamo Dresden groß geworden, hatte den Klub in die Bundesliga geschossen und wollte einfach bleiben“, begründet Gütschow die Absage an den BVB. Dem Kicker-Sportmagazin (Donnerstag-Ausgabe) sagt er weiter: „Vielleicht hat mir ein bisschen der Mut gefehlt. Ich wusste ja nicht, was mich erwartet, hatte ja nur für einen Klub gespielt, das mit den vielen Vereinswechseln kannte ich ja nicht.“

In 31 Spielen in der Mammut-Saison 1991/92 (38 Spieltage) erzielte Gütschow für die Dresdner. Er entschloss sich nach 12 Profijahren bei den Sachsen dann doch, die Dynamos zu verlassen. Im Winter 1992 wechselte er zu Galatasaray Istanbul und Erfolgstrainer Karl-Heinz Feldkamp (86). Mit „Galata“ holte er 1993 den Meistertitel in der Türkei. „Das Angebot“, erinnert sich Gütschow im Kicker, „war finanziell ein riesiger Schritt. Bei Dynamo haben wir auch in der Bundesliga nicht viel verdient.“ Aber: Mit dem Abschied von „Kalli“ Feldkamp aus Istanbul waren auch Gütschows Tage am Bosporus gezählt. „Sein Nachfolger Reiner Hollmann hat nicht auf mich gebaut“, erklärt Gütschow.

Und auch Berti Vogts nicht. Der DFB-Bundestrainer berief am 19. Dezember 1900 zum „Wiedervereinigungsspiel“ in Stuttgart gegen die Schweiz (4:0) mit Matthias Sammer, Ulf Kirsten, Andreas Thom, Thomas Doll und Perry Bräutigam 5 vorherige DDR-Nationalspieler. Gütschow nicht. Wenig überraschend, wie er bis heute findet. „Ich habe mir auch keine Hoffnungen gemacht“, erklärt der Torjäger, der lediglich 3 Länderspiele für die DDR machte. Als die DDR-Auswahl am 12. September 1990 in Brüssel-Anderlecht gegen Belgien (2:0) den Laden dicht machte, war Gütschow ebenfalls nicht nominiert. „Ich hätte gerne gespielt“, sagt er heute, „aber Ede Geyer hat mich nicht angerufen.“

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