Joao Felix? Portugal kennt nur Fußball-König Ronaldo


Cristiano Ronaldo in seiner typischen ,,Sheriff"-Pose vor jedem Freistoß. Im Bild vor dem 1:0 gegen die Schweiz (3:1) im Nations-League-Halbfinale in Porto.
Cristiano Ronaldo in seiner typischen ,,Sheriff"-Pose vor jedem Freistoß. Im Bild vor dem 1:0 gegen die Schweiz (3:1) im Nations-League-Halbfinale in Porto. (Photo by Jan Kruger/Getty Images)

Wenn sich nach Spielende sogar die Gegner vor Dir verneigen, dann bist du nicht nur der ,,Man of the Match”, sondern ein ganz besonderer Spieler.

So geschehen am Mittwochabend im ersten Halbfinale der neuen UEFA Nations League in Porto.

Nach Portugals 3:1 (1:0)-Erfolg gegen die Schweiz huldigen selbst die eidgenössischen Spieler dem portugiesischen Superstar.

,,CR7″, der auf die Gruppenspiele im jüngsten UEFA-Nationalmannschaftswettbewerb verzichtet hat, zeigt mit 3 Toren gegen die Schweiz, warum er immer noch die unangefochtene Nummer 1 beim Europameister ist (Ligalive.net berichtete)

Joao Felix sah bei seinem Länderspiel-Debüt für Portugal gegen die Schweiz meistens nur die Rücklichter seiner Gegenspieler um Ricardo Rodriguez (r.).
Joao Felix sah bei seinem Länderspiel-Debüt für Portugal gegen die Schweiz meistens nur die Rücklichter seiner Gegenspieler um Ricardo Rodriguez (r.). (Photo by Jan Kruger/Getty Images)

Portugal: Ronaldo-Show schlägt Felix-Debüt

Cristiano Ronaldo in Jubelpose: CR7 machte mit 3 Toren gegen die Schweiz für Portugal wieder mal den Unterschied aus... (Photo by Jan Kruger/Getty Images)
,,So ist der Fußball”, erklärt der Schweizer Xherdan Shaqiri vom Champions-League-Sieger FC Liverpool nach dem Spiel in der Mixed Zone, ,,ein eiskalter Cristiano Ronaldo hat dieses Spiel entschieden.”

Granit Xhaka, Kapitän der Schweiz vom FC Arsenal, meint: ,,Er ist nicht umsonst einer der besten Spieler der Welt. Meiner Meinung nach ist er nicht von dieser Welt.”

Cristiano Ronaldo wird 35 Jahre alt. Fußball-Portugal sucht insgeheim vielleicht schon nach einem Nachfolger für den unumstrittenen Rekord-Nationalspieler und Torschützen, der in 157 Einsätzen für die ,,Selecao” 88 Tore erzielt hat. Auf mehr Treffer im Nationaltrikot eines Landes kommt weltweit nur der Iraner Ali Daei, der in den 1990er-Jahren auch für Arminia Bielefeld und den FC Bayern München spielt. Der inzwischen 50-Jährige trifft in 149 Länderspielen für den Iran 109-mal.

In dem erst 19 Jahre alten Supertalent Joao Felix von Benfica Lissabon scheint Portugal den Thronfolger ausgemacht zu haben.

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Santos verteidigt glücklose Joao-Felix-Premiere

Ronaldo führte Portugal 2016 in Frankreich zum EM-Titel.

Das ,,100 Millionen Wunderkind” aus Lissabon (Daily Mail) wird jedoch Jahre brauchen, um an Ronaldos Vormachtstellung zu rütteln.

Das Länderspiel-Debüt von Joao Felix geht am Mittwoch vor dem Hintergrund der Ronaldo-Show in Porto völlig unter. Nach 70 Minuten ist schon Schluss für den Halbstürmer, der bei seinem 1. Einsatz nicht überzeugen kann.

Davon will Portugals Europameister-Trainer Fernando Santos anschließend nichts wissen: ,,Wenn er nicht bereit gewesen wäre, hätte ich ihn nicht aufgestellt. Er hat eine sehr hohe Qualität und es geht nicht um das Alter. Wir brauchen Spieler, die ihren Anteil einbringen können.” Nur zum Vergleich: Im gleichen Alter wie Joao Felix hat Ronaldo sein Länderspiel-Debüt schon lange hinter sich. Der portugiesische Ausnahmespieler, den Manchester Uniteds Trainerfuchs Sir Alex Ferguson 2003 im Kabinengang des neuen Estadio José Alvalade in Lissabon von Sporting holt, debütiert unter dem bärbeißigen Luiz Felipe Scolari schon am 20. August 2003 für die A-Nationalmannschaft seines Landes – mit 18! Bei der Heim-EM 2004 ist er mit gerade mal 19 Jahren jüngster Spieler im Aufgebot Portugals. Er erlebt mit, wie die ,,goldene Generation” seines Landes um Luis Figo, Rui Costa, Pauleta und Fernando Couto, erneut nicht den großen Titel holen kann – und weint bittere Tränen.

Joao Felix wird Zeit brauchen, auch um mit der Legende von ,,CR7″ irgendwie klar zu kommen. Die Beispiele Gabriel Batistuta in Argentinien oder Zico in Brasilien haben gezeigt, dass es selbst für ganz große Spieler nie leicht ist, aus dem Schatten des absolut Größten eines Landes, in diesem Fall Diego Armando Maradona und Pelé, herauszukommen. ,,Sein Debüt hat gezeigt, dass er einen langen Weg vor sich hat, um Ronaldos Thron zu erobern”, schreibt das britische Blatt Daily Mail am Donnerstag. Glaubt man der Zeitung, so sind Manchester United und der englische Meister Man. City bereit, 100 Mio. Euro für Joao Felix hinzulegen.

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