Norbert Nachtweih: Vom Eintracht-Boss ruiniert, doch Hoeneß hilft



Stefan Schnoor: Schlecht beraten…Bei mehr als 300.000 Euro Verbindlichkeiten war Schluss

Nach seiner Flucht und einer Sperre spielt Nachtweih erst für Eintracht Frankfurt – und holte mit den Hessen 1980 gegen Borussia Mönchengladbach und Lothar Matthäus den UEFA-Pokal.
Nach seiner Flucht und einer Sperre spielt Nachtweih erst für Eintracht Frankfurt – und holte mit den Hessen 1980 gegen Borussia Mönchengladbach und Lothar Matthäus den UEFA-Pokal. Foto: Imago Images / WEREK
Die Gelegenheit ist günstig. Am 16. November 1976 nutzen Defensivspieler Norbert Nachtweih (19) und sein Teamkollege Jürgen Pahl (20) vom HFC Chemie ein U21-Länderspiel der DDR im türkischen Bursa zur Flucht. Nach der Begegnung gegen die Türkei können sich beide im Hotel absetzen und mit Hilfe des deutschen Konsulats und der türkischen Behörden über Istanbul bis München durchschlagen.

Nachdem beide ihre 16-monatige FIFA-Sperre abgesessen haben, laufen sie ab 1979 für Eintracht Frankfurt auf. Sie genießen die Vorteile, die das Fußballerleben im goldenen Westen bietet.


„Ich war ein echter Anhänger des Systems, ein Fan von Helmut Kohl und überzeugter CDU-Wähler“,


erzählt der seit Jahren in Paraguay lebende Pahl 2013 der überraschten taz, „als gut verdienender Profi habe ich ordentlich gefeiert und im Monopoly mitgemacht, bis ich das erste Mal richtig auf die Nase fiel…“

Pahl ist nicht der einzige, dem die Dinge in der Bankenmetropole Frankfurt um die Ohren fliegen. Auch sein Mitspieler und Weggefährte Norbert Nachtweih gehört zu den Betrogenen.

Die beiden Freunde sind unter den fast 80 Profis, die auf die von Eintracht-Vizepräsident Wolfgang Zenker vermittelten Bauherren-Modelle hereinfallen. Auch der Gladbacher Ewald Lienen („Ich habe damals viel Geld in den Sand gesetzt“), der Kölner Gerd Strack und das Karlsruher Trio Uwe Dittus, Emmanuel Günther und Klaus Theiss sind bei der wundersamen Geldvermehrung mit von der Partie. 1983 fliegt der Skandal auf. „Wir sind mit sehr unlauteren Mitteln vorsätzlich geschädigt worden, was einige fast oder ganz ruiniert hat“, stellt Pahl klar.

Norbert Nachtweih braucht lange, um diese Altlasten aufzuarbeiten – und das trotz eines Jahres-Salärs von umgerechnet 175.000 Euro. Der Befreiungsschlag für ihn kommt 1982, noch vor dem Aufdecken der Südfinanz-Affäre in Frankfurt. Es ist sein Wechsel zum FC Bayern München.

Fast 450.000 Euro kassieren die in die Miesen gerutschten Hessen an Ablöse für Nachtweih – und der hat in Bayern-Macher Uli Hoeneß einen Freund und Gönner. „Er hat vielen Sportlern geholfen“, lässt Jürgen Pahl bis heute nichts über Hoeneß kommen, „auch meinem Freund, Norbert Nachtweih, der vor seinem Wechsel von Frankfurt zu den Bayern finanziell ruiniert wurde.“

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