Premier League: Klopp, Pep und Co. contra Videobeweis!


Tor-Prüfung per VAR im Spiel Manchester City gegen den FC Everton am 1. Januar 2020. Foto: Imago Images / Dave Thompson

Die englische Premier League hat sich am 1. Januar 2020 als erster europäische Top-Liga im neuen Jahr zurückgemeldet (LigaLIVE.net berichtete).

Augenfällig in der englischen Fußball-Eliteliga: Neues Jahr, alte Problemzone: Der Video-Beweis (VAR) lässt Fans und Klub-Verantwortliche weiter zürnen.

,,Zum Jahreswechsel sorgt in England aber vor allem ein Thema für hohe Wogen“, berichtet die Wiener Kronen-Zeitung in ihrer Neujahrs-Ausgabe, ,,fast alle Trainer regen sich einheitlich über den Video-Beweis auf.“

Eine Szene aus der Partie FC Liverpool gegen Wolverhampton Wandereres, bei dem Gästespieler Neto um Zentimeter im Abseits steht, sorgt vor dem Jahreswechsel für Wirbel, am Neujahrstag gibt es dank des VAR u. a. in den Spielen Manchester City gegen FC Everton (2:1) und FC Southampton gegen Tottenham Hotspur (1:0) umstrittene Tor-und Elfmeter-Entscheidungen, die die Diskussion erneut befeuern.

Nuno Espirito Santo
Nuno Espirito Santo und Jürgen Klopp nach dem denkwürdigen Premier-League-Spiel FC Liverpool gegen Wolverhampton Wanderers (1:0) am 29. Dezember 2019 in Anfield. Foto: Imago Images / ActionPlus

Klopp: ,,Wissen nicht mehr, wann es ein Tor ist..."

Adam Lallana und der FC Liverpool mussten nach Video-Beweis um den einzigen Treffer gegen die Wolverhampton Wanderers bangen... Foto: Imago Images / David Blunsden
,,Das ist doch auch keine Lösung, denn der Video-Assistent ist viel zu weit weg vom Spielfeld“, schimpft Nuno Espirito Santo, portugiesischer Trainer der ,,Wolves“ nach dem 0:1 in Liverpool, das durch das aberkannte Tor von Neto erst möglich wird, ,,wir haben im Spiel in Liverpool das gesehen, was wir nicht wollen. Wir haben ein Tor gemacht, bejubeln es – und es zählt nicht.“

Auch Jürgen Klopp (52), deutscher Trainer des FC Liverpool, äußert sich zum umstrittenen Video-System: ,,Man kann gar keine Tore mehr feiern, wir müssen warten, bis jemand sagt, dass es ein Tor ist.“ So geschehen im Spiel gegen die ,,Wolves“, bis das 1:0-Siegtor von Sadio Mané für die ,,Reds“ Anerkennung findet – überprüft wird ein angebliches Handspiel von Vorlagengeber Adam Lallana – vergehen für die Anhänger des Premier-League-Spitzenreiters quälende Minuten.

Klopp hält diesen Wirrwarr um den VAR für gefährlich: ,,Nun kommt der Januar, wenn die Spieler so lange herumstehen müssen, ist das nicht gut.“

Sein Freund und Trainerkollege Pep Guardiola (48) von Manchester City bekommt am Neujahrstag ein Tor im Spiel gegen die ,,Toffees“ aberkannt. Der Spanier schlägt in die gleiche Kerbe wie Klopp: ,,Es ist jede Woche ein großes Durcheinander.“

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Pep Guardiola Premier League

England-Legende Lineker und ,,The Special One" gegen den Video-Beweis

Videobeweis
Die englischen Fußballfans, wie hier in Norwich am Neujahrstag 2020, haben genug vom Video-Beweis... Foto: Imago Images / Paul Chesterton

Die englischen Fußballfans sind mehr als ,,not amused“ über das Video-System in den Stadien, das alle Emotion zu unterbinden scheint.

,,VAR killed Football“, sieht man am Neujahrstag auf einem Plakat an der Carrow Road in Norwich, ,,Ruhe in Frieden, Fußball, der VAR ist da“, schreiben einige Kritiker auf einen Doppelhalter im Etihad Stadium von Manchester. Englands Fußball-Idol Gary Lineker liefert via Twitter seinen Kommentar zum VAR und präsentiert das Ergebnis einer Online-Umfrage von BBC zum Video-Beweis. Das Ergebnis: Mehr als 70 Prozent der 400.000 Votierenden wollen den VAR nicht bzw. nicht mehr!

Die Kritik wäre aber nicht rund ohne ihn, ohne ,,The Special One“. José Mourinho (56), Coach der Tottenham Hotspur, ist am 1. Januar 2020 beim Spiel in Southampton (0:1) ein Leidtragender des Video-Beweises. Ein Tor von Harry Kane (75.) wird per VAR zurückgenommen, ein möglicher Elfmeter gegen Dele Alli nicht gegeben – und der Portugiese tobt. ,,Ich denke, der Video-Assistent sollte umbenannt werden“, sinniert der 3-malige Premier-League-Meistercoach nach dem 0:1 an der Südküste, ,,weil Video-Assistent nicht der Wahrheit entspricht. Er sollte VR, Video-Referee, heißen, denn er ist der Schiedsrichter, das ist komisch, denn die Schiedsrichter auf dem Feld sind nicht mehr die Autorität. Die Typen im Büro treffen die Entscheidungen.“

Bei den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) hat man diese Kritik vernommen. ,,Einiges mit dem Video-System geht in die völlig falsche Richtung“, sagt IFAB-Generalsekretär Lukas Brud, ,,wir müssen das anpassen, das System darf nicht forensisch angewandt werden, wenn man mehrere Minuten versucht, herauszufinden, ob es Abseits war, ist klar, dass die ursprüngliche Entscheidung bestehen bleiben sollte.“

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