Schnellstes Tor der Fußballgeschichte: Fellhauer, Wirtz und die Rekorde
Das schnellste Bundesliga-Tor fiel am 10. Oktober 2026 nach rund acht Sekunden. Alle Rekorde von Fellhauer über Wirtz bis zur WM im Überblick.
Ein Rückpass, ein missglückter Lupfer, der den Rücken des Gegners trifft, und nach rund acht Sekunden steht es 1:0 für den FC Augsburg: Das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte fiel ausgerechnet gegen den FC Bayern München, der am Ende nur 2:2 spielte. Robin Fellhauer erzielte es am 10. Oktober 2026 und löste damit eine Marke ab, die seit 2014 bestand. Weltweit hängt die Antwort auf die Frage nach dem schnellsten Tor dagegen von der Liga und der Zählweise ab: Auf Profi-Ebene stehen Zeiten zwischen fünf und acht Sekunden in den Listen, im Amateurfußball ist die Marke noch kürzer.
Stand: November 2026
Inhaltsverzeichnis
- Die schnellsten Tore im Überblick
- Fellhauer gegen Bayern: ein Rekord nach zwölf Jahren
- Warum die Sekundenangaben auseinandergehen
- Schnelle Tore in der 2. Bundesliga
- Wirtz, Baumgartner, Bajrami: Blitzstarts bei Nationalteams
- Und weltweit? Zwischen Rekordliste und Streitfall
- Unsere Einschätzung: Der Rekord sagt mehr über Torhüter als über Stürmer
- Ausblick
- Häufige Fragen zum schnellsten Tor
Die schnellsten Tore im Überblick
Die folgende Tabelle bündelt die wichtigsten Rekorde. Die Zeiten stammen aus Spielberichten, bundesliga.com und der Wikipedia-Liste der schnellsten Tore. Weil Sender, Verbände und Datenanbieter unterschiedlich messen, sind es teils gerundete Angaben.
| Wettbewerb | Rekordhalter | Spiel | Zeit |
|---|---|---|---|
| Bundesliga | Robin Fellhauer | FC Augsburg gegen FC Bayern München 2:2, 10.10.2026 | rund 8 Sekunden |
| 2. Bundesliga | Benjamin Siegert | SV Wehen Wiesbaden, 5.10.2007 | 8 Sekunden |
| DFB-Elf (Länderspiel) | Florian Wirtz | Frankreich gegen Deutschland 0:2, 23.3.2024 | 7,92 Sekunden |
| Länderspiel weltweit | Christoph Baumgartner | Österreich gegen Slowakei 2:0, 23.3.2024 | etwa 6 bis 7 Sekunden |
| Weltmeisterschaft | Hakan Şükür | Südkorea gegen Türkei, 2002 | 10,8 Sekunden |
| Europameisterschaft | Nedim Bajrami | Italien gegen Albanien, 15.6.2024 | 22 Sekunden |
| Champions League | Roy Makaay | FC Bayern München gegen Real Madrid, 2007 | 10,12 Sekunden |
| Premier League | Shane Long | Watford gegen Southampton, 2019 | 7,69 Sekunden |
Fellhauer gegen Bayern: ein Rekord nach zwölf Jahren
Bis zum 10. Oktober 2026 teilten sich zwei Spieler die Bestmarke in der Bundesliga: Karim Bellarabi von Bayer 04 Leverkusen traf am 23. August 2014 im Spiel gegen Borussia Dortmund nach rund 9,3 Sekunden, Kevin Volland von der TSG Hoffenheim glich den Wert am 22. August 2015 gegen den FC Bayern München aus. Danach tat sich zwölf Jahre lang nichts. Dann kam der fünfte Spieltag der Saison 2026/27.

Nach dem Anstoß spielte Luis Díaz zurück zu Manuel Neuer. Der Torwart wollte den anlaufenden Fellhauer überlupfen, traf aber nur dessen Rücken, und der Augsburger schob den Ball ins leere Tor. Die Partie endete 2:2: Ismael Saibari glich in der 55. Minute aus, Rodrigo Ribeiro brachte Augsburg in der 64. Minute wieder in Führung, Nathaniel Brown rettete den Bayern in der 80. Minute einen Punkt.
Wichtig für die Einordnung: Das Tor war kein Konter und kein Distanzschuss, sondern das Ergebnis eines Fehlers im Spielaufbau direkt nach dem Anstoß. Genau das macht die Rekordliste so spannend, denn die meisten Blitztore entstehen aus einem verunglückten Aufbau und nicht aus einer einstudierten Variante.
Warum die Sekundenangaben auseinandergehen
Für Fellhauers Tor kursieren je nach Quelle sieben, acht oder 8,4 Sekunden. Die Sender DAZN und Sky sprachen von acht Sekunden, die Bildagentur-Legende nennt 8,4, bundesliga.com schreibt vorsichtig von unter neun Sekunden. Der Grund ist einfach: Manche Zählungen starten mit dem Anpfiff, andere mit dem ersten Ballkontakt, wieder andere mit der Spieluhr der Datenanbieter. Wir führen deshalb „rund acht Sekunden“ und weisen die Abweichungen offen aus.
Das gilt auch für ältere Bestmarken. Bei Bellarabi und Volland liegen die Zeiten knapp über neun Sekunden, die Rangfolge zwischen beiden entscheiden nur zwei Hundertstelsekunden. Wer die Bundesliga-Rekorde im Zusammenhang sehen will, findet weitere Bestmarken in unserem Überblick zu den Bundesliga-Rekorden.
Schnelle Tore in der 2. Bundesliga
Eine Liga tiefer ist die Bestmarke noch älter. Benjamin Siegert traf am 5. Oktober 2007 für den SV Wehen Wiesbaden nach acht Sekunden, das ist laut bundesliga.com der Rekord der 2. Bundesliga. Dahinter folgt Richmond Tachie von Eintracht Braunschweig, der 2025 im Spiel gegen Preußen Münster nach 8,3 Sekunden traf. Beide Marken liegen damit auf dem Niveau von Fellhauers Tor, nur eben eine Klasse tiefer.
Wirtz, Baumgartner, Bajrami: Blitzstarts bei Nationalteams
Bei Länderspielen führt in Deutschland Florian Wirtz. Beim 2:0 in Lyon gegen Frankreich traf er am 23. März 2024 nach 7,92 Sekunden und löste Lukas Podolski ab, der 2013 im Test gegen Ecuador nach neun Sekunden erfolgreich war. Toni Kroos spielte den langen Ball, Wirtz schloss ins Eck ab. Am selben Abend traf Christoph Baumgartner für Österreich gegen die Slowakei nach etwa sechs bis sieben Sekunden; die Quellen weichen hier um eine Sekunde ab.

Bei Turnieren sind die Zeiten länger. Bei der WM 2002 traf Hakan Şükür für die Türkei im Spiel gegen Südkorea nach 10,8 Sekunden, bis heute die schnellste WM-Marke. Bei der EM war der Rekord lange eine Frage von Minuten: Dmitri Kirichenko brauchte 2004 für Russland gegen Griechenland 67 Sekunden. Nedim Bajrami unterbot das bei der EM 2024 für Albanien gegen Italien mit 22 Sekunden deutlich. Mehr zur deutschen Nationalmannschaft in Rekordspielen lesen Sie auch in unserem Beitrag zum höchsten WM-Sieg aller Zeiten.
Und weltweit? Zwischen Rekordliste und Streitfall
Weltweit gibt es keine einzige, allgemein anerkannte Zahl. Die Wikipedia-Liste führt auf Profi-Ebene der obersten argentinischen Liga Carlos Dantón Seppaquercia, der 1979 für Gimnasia y Esgrima La Plata gegen Huracán nach fünf Sekunden traf. Über alle Spielklassen hinweg steht dort Gavin Stokes, der 2017 im schottischen Junior-Fußball nach 2,1 Sekunden für Maryhill gegen Clydebank erfolgreich war. Ein angebliches Tor von Nawaf Al-Abed nach rund zwei Sekunden führt die Liste nicht im Haupttext, weil das Spiel nachträglich annulliert wurde. In der Champions League hält Roy Makaay mit 10,12 Sekunden die Bestmarke, in der Premier League Shane Long mit 7,69 Sekunden.
Unsere Einschätzung: Der Rekord sagt mehr über Torhüter als über Stürmer
Wer die Liste liest, sieht schnell: Blitztore sind selten das Verdienst reiner Schnelligkeit. Fellhauers Tor, Wirtz im Zusammenspiel mit Kroos, Bajramis Treffer, alles Fälle, in denen der Gegner im ersten Spielzug Platz anbot. Unsere Lesart: Je mutiger der Spielaufbau von hinten wird, desto wahrscheinlicher werden Rekorde dieser Art, weil der Torwart früher und riskanter ins Spiel eingebunden ist. Dass der Bundesliga-Rekord nach zwölf Jahren fiel und das Opfer einer der erfahrensten Torhüter der Liga war, passt zu dieser These, auch wenn ein einzelner Fall natürlich keinen Trend beweist. Der Blick auf die schnellsten Spieler der Bundesliga zeigt zudem: Tempo allein entscheidet hier wenig.
Ausblick
Ob Fellhauers Marke hält, entscheidet sich nicht an einem Spieltag, sondern an jedem Anstoß. Der nächste Kandidat für eine neue Bestzeit steht in jeder Begegnung auf dem Platz, sobald ein Team nach dem Anpfiff den Ball direkt zum Torwart spielt. Wir halten die Liste aktuell und passen sie an, sobald eine neue Bestmarke gemeldet wird. Wer die Torjäger der Liga im Überblick sucht, findet sie bei den besten Bundesliga-Torschützen.
Häufige Fragen zum schnellsten Tor
Was ist das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte?
Das schnellste Bundesliga-Tor erzielte Robin Fellhauer am 10. Oktober 2026 für den FC Augsburg gegen den FC Bayern München, nach rund acht Sekunden. Zuvor lag die Bestmarke bei rund 9,3 Sekunden (Karim Bellarabi 2014, Kevin Volland 2015).
Wer hat das schnellste Länderspieltor für Deutschland geschossen?
Florian Wirtz traf am 23. März 2024 beim 2:0 in Frankreich nach 7,92 Sekunden. Den bisherigen Rekord hielt Lukas Podolski mit neun Sekunden aus dem Jahr 2013.
Was ist das schnellste Tor bei einer WM und EM?
Bei der Weltmeisterschaft ist es Hakan Şükür mit 10,8 Sekunden im Jahr 2002, bei der Europameisterschaft Nedim Bajrami mit 22 Sekunden im Juni 2024.
Was ist das schnellste Tor der Welt?
Das hängt von der Zählweise ab. Die Wikipedia-Liste nennt auf Amateurebene Gavin Stokes mit 2,1 Sekunden (2017) und im Profibereich der argentinischen Liga Carlos Dantón Seppaquercia mit fünf Sekunden (1979). Ein Tor von Nawaf Al-Abed mit rund zwei Sekunden wird nicht gewertet, weil die Partie annulliert wurde.
Warum unterscheiden sich die Zeitangaben?
Die Messung beginnt je nach Anbieter beim Anpfiff, beim ersten Ballkontakt oder mit der Spieluhr des Datenanbieters. Deshalb nennen Quellen für dasselbe Tor teils unterschiedliche Sekundenwerte.