Stan Libuda: (1943 – 1996): Der Flanken-Gott stürzte in die Armut



Stan Libuda: (1943 – 1996): Der Flanken-Gott stürzte in die Armut

Reinhard -Stan- Libuda vor seinem Toto-Lotto Geschäft 1975 HM.
Reinhard -Stan- Libuda vor seinem Toto-Lotto Geschäft 1975 HM. Foto: Imago
Eine derartige Wertschätzung können nicht mal die „Lichtgestalt“ Franz Beckenbauer oder der „Fußballgott“ Jürgen Kohler vorweisen.

Irgendwo im Ruhrgebiet hängt irgendwann in den 1960er-Jahren ein Ankündigungsplakat des Predigers Werner Heukelbach („Wer betet, siegt!“) mit der Überschrift „An Jesus kommt keiner vorbei“. Darunter hat jemand mit Kreide „außer Stan Libuda“ gekritzelt. Reinhard „Stan“ Libuda – er ist der Inbegriff des quirligen Rechtsaußen, des trick- und dribbelstarken Außenstürmers. Nein. Er ist einer der wenigen deutschen Spieler, die in den 1960er-Jahren mit dem Adjektiv „begnadet“ beschrieben werden. Im Pott wird der Mann, der 1966 für den ersten Europapokaltriumph einer deutschen Mannschaft sorgt, bei Borussia Dortmund und auf Schalke gleichermaßen verehrt. Ein Flanken-Gott, der jedoch ins finanzielle Nichts dribbelt.

Durch den englischen Dribbelkünstler Sir Stanley Matthews (1915 – 2000) zu seinem Spitznamen gekommen, verzückt Libuda mit seinem trickreichen Spiel in den ersten Bundesliga-Jahren Fans und Fachwelt. Rechts antäuschen, links vorbeigehen – mit diesem Trick narrt er selbst die größten Haudegen unter den Verteidigern in der noch jungen deutschen Fußball-Eliteklasse.

Er holt mit Dortmund 1965 den DFB-Pokal und schießt den BVB im Europacupfinale der Cupgewinner am 5. Mai 1966 in Glasgow gegen den großen FC Liverpool mit einem Traumtor aus fast 30 Metern zum 2:1-Erfolg (n. V.) ins Glück. 1968 wechselt er nach 74 Liga-Spielen (8 Tore) die Fronten im Revier, geht von Borussia Dortmund zum Erzrivalen FC Schalke 04, der er 1961 seine erste Profi-Station ist. Auf Schalke macht Libuda den Fehler seines Lebens.

1971 lässt er sich gemeinsam mit einigen seiner Mitspieler wie Klaus Fischer oder Rolf Rüssmann in den Bundesliga-Bestechungsskandal hineinziehen. Die Schalke-Profis landen vor Gericht, Libuda möchte am liebsten vor Scham im Boden versinken.


„Je mehr ich über meine Situation nachdenke, umso mehr komme ich zu der Überzeugung, dass fast alles seinen Ursprung in meiner Verwicklung in den Skandal hat. Und das ausgerechnet bei mir, der sich nachweislich von allen Schalkern am längsten gewehrt hat, das Spiel zu verschieben“,


sagt er später. Eine Einsicht, die ihm nicht mehr hilft. Für die aus heutiger Sicht läppische Summe von 1.150 Euro pro Spieler haben sich die Schalker bestechen und absichtlich von Arminia Bielefeld düpieren lassen. Nach dem Prozess und einer zunächst auf Lebenszeit ausgesprochenen Sperre sowie einer Geldstrafe von 1.100 Euro flieht Libuda ins Ausland. Bei Racing Straßburg macht er bis zu seiner Begnadigung 1974 nur 15 Spiele. Heimisch wird der einfach gestrickte Junge aus dem Pott im Elsass nie. Nach zwei weiteren Jahren auf Schalke beendet er seine Karriere – und stürzt ab: Scheidung, Alkoholprobleme.

Libuda verliert seine Anlage, ein Mehrfamilienhaus für 17 Parteien, ist über Jahre ohne Arbeit. Erst sein alter Teamkollege Rüssmann hilft ihm mit einem Druckerei-Job. Das Schicksal lässt den begnadeten Dribbler nicht mehr aus den Fängen. 1992 muss sich Libuda einer Kehlkopf-Operation unterziehen. Im August 1996 stirbt er nach einem Schlaganfall in seiner Wohnung in Gelsenkirchen.

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