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Nach Trainerentlassung und Abfindung in Paris: Deshalb musste Thomas Tuchel bei PSG wirklich gehen

Die Trainerentlassung inklusive Abfindung von Thomas Tuchel (47) bei Paris St.-Germain ist vollzogen. Die Gründe für das Aus sind vielfältig.

Thomas Tuchel PSG Abfindung

Die Stilfrage zur Trainerentlassung von Thomas Tuchel (47) bei Paris St.-Germain am Heiligabend haben wir gestellt. Mit einer Abfindung in Millionenhöhe hat Thomas Tuchel Paris verlassen. Lassen wir mal die guten oder weniger guten Attitüden der Katarer weg. Dann wird der Trainerwechsel bei PSG stimmig. Trotz des faden Beigeschmacks. Wichtigster Vorwurf an den Deutschen: Er erreichte das PSG-Starensemble nicht mehr.

Das glaubt zumindest Frankreich-Experte Laurent Maltret. Er schreibt im Kicker-Sportmagazin (Montag): „Aus der Kabine wurden Stimmen laut, dass sich Tuchels Anweisungen darauf beschränkten, einfach Neymar oder Kylian Mbappé den Ball zu überlassen.“

Auch soll man Tuchel in Paris den Vorwurf gemacht zu haben, die 855 Millionen Euro (Quelle: Transfermarkt.de) teure Star-Truppe nicht weiter entwickelt zu haben. „Eine spielerische oder taktische Entwicklung war unter Tuchel nicht mehr erkennbar“, urteilt Maltret. „Eine Handschrift schon gar nicht.“ Das passt nicht zu dem ehrgeizigen Coach, der vor allem bei Borussia Dortmund immer taktisch flexibel spielen ließ. In Paris setzte Tuchel am Ende nur noch stur auf ein 5-3-2-System. Ohne Esprit. Ausgelaugt von Verletzungspech und Corona-Abstinenz. Die Zahlen sprachen gegen ihn. Nur Platz 3 in der Ligue 1. Zu viel für die stolzen Katarer!

Last but not least soll Tuchel nicht eben der Trainings-Weltmeister gewesen sein. Intimfeind Leonardo, Weltmeister von 1994, habe mehrfach wöchentlich das Training inspiziert. Der Brasilianer, seit Oktober mit Tuchel im Clinch, sei über den konditionellen Zustand von Monsieur Le Neymar und Co. nischt amüsiert gewesen. So heißt es aus Paris.

Die Folge. Unmittelbar nach dem 4:0 (!)-Heimerfolg am 23. Dezember 2020 gegen Racing Straßburg wurde Tuchel entlassen. Gemeinsam mit seinem Trainerteam, so berichtet Maltret, musste er noch in der Nacht zu Heiligabend seine Sachen packen. Und das Trainingsgelände in St-Germain-en-Laye verlassen. Leonardo soll Tuchel noch in der Kabine über die Entlassung informiert haben. Das ist bitter. Mit einer Abfindung von kolportierten 6 Mio. Euro lässt sich auch bei Thomas Tuchel Silvester feiern. Dass Tuchels Vertrag am Saisonende nicht verlängert würde, galt beim französischen Hauptstadtklub als sicher.

Das ist nichts Neues in Paris. Gerade zu Weihnachten werden dort die Trainer gern durch die kalte Cuisine verabschiedet. Vor Tuchel erging das Laurent Fournier 2005 so. Er wurde – noch vor dem Einstieg der Katarer – auch am Heiligabend entlassen. Antoine Kombouaré war den Machern aus Katar wohl zu wenig glamourös. Sie feuerten ihn in der Winterpause 2011.


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