Transfers: Abgeschrieben – Doch dann holte der FC Bayern Turban-Stürmer Carsten Jancker aus Wien!


Carsten Jancker brauchte nur eine Saison, um bei Rapid Wien zum Helden zu werden. 7 Tore in 27 Bundesliga-Spielen in Österreich. Diese Zahlen riefen den FC Bayern München auf den Plan. Die Bayern holten Jancker 1996 aus Wien – und landeten einen Transfer-Hit. Der Sturm-Hüne mit dem Turban wurde bei Bayern und in der Nationalmannschaft zum Kult.

Mehr noch als seine Tore in der österreichischen Bundesliga dürften die Bayern Janckers 6 Buden in 7 Europacup-Spielen beeindruckt haben. Vielleicht ist er den Bayern-Bossen auch aufgefallen, weil er gefühlt in jedem Spiel im „EP2“ einen Turban trug. Und der ist seit Dieter Hoeneß 1982 im Pokalfinale in München „in“.

Carsten Jancker hat in Wien alles rein gehauen, was er drin hatte. „In der ersten Runde gegen Ploiesteri erleidet er einen Kieferbruch“, heißt es dazu im ÖFB-Bundesliga-Spezial Die 90er-Jahre. Danach folgten die Jancker-Festspiele bei Rapid. Ein Tor bei der formidablen 4:0 (n. V.)-Aufholjagd gegen Sporting. Die Hütteldorfer schlugen Lissabon im Achtelfinale. Und lösten in Wien plötzlich Euphorie aus. Das Viertelfinale gegen Dynamo Moskau (3:0) erzählte „die Legende um den berühmtesten Turban der österreichischen Fußball-Geschichte“, so das ÖFB-Spezial. „Stimmt, da habe ich zum ersten Mal eine auf den Schädel bekommen“, sagt Jancker dem ÖFB-Spezial. „Aber das passiert, wenn man kompromisslos in die Zweikämpfe geht.“ Kein Zweifel: Das ist echte „Mia san Mia“-Mentalität!

„Wir haben überlegt, ob wir Carsten gleich mit einem Turban ins Spiel schicken, um unsere Siegchancen zu erhöhen.“ Wiener Humor mit Ex-Rapid-Masseur Wolfgang Frey. Mit Turban gelingen „Air Jancker“ 2 Tore gegen Moskau. „Ich habe nach der Behandlung ins Flutlicht geschaut“, erinnert sich Jancker beim ÖFB. „Über jeder Lampe habe ich einen Regenbogen gesehen. Das war mir nicht ganz geheuer.“ Dieter Hoeneß soll 1982 ähnliches berichtet haben…

Im legendären Halbfinal-Rückspiel gegen Feyenoord Rotterdam (3:0) folgten 2 weitere Jancker-Tore. Am 18. April 1996 ist das Jancker-Mania in Wien auf dem Höhepunkt. 3:0 gegen Feyenoord, Europapokalfinale der Pokalsieger! „Wenn du dir dieses Spiel heute ansiehst“, schwärmt Jancker im Dezember 2020, „und dabei die Augen schließt, dann hörst du, wie das Stadion explodiert.“ Ein Spiel wie ein Urknall.

Galt nicht für das Finale in Brüssel. 0:1 verlor Rapid mit Jancker in der Startelf gegen PSG. Die Pariser waren damals noch nicht mit Katar-Kohle aufgepimpt.

Die Bayern waren schon damals reich. Sie holten Jancker für gerade mal 770.000 Euro aus Wien. Der 1,93 m Hüne aus Mecklenburg wurde in München zum Kult. 1998/99 steuerte Jancker 13 Tore in 26 Liga-Spielen zur souveränen Meisterschaft bei. Dazu kamen 9 Assists. Der bullige Stürmer verstand es, seinen massiven Körper gezielt zum Blocken einzusetzen. Ähnlich wie der 2,02 m große Tscheche Jan Koller von Borussia Dortmund. Die absolute Krönung für Jancker: Champions-League-Sieger 2001 mit Bayern. Und: Vize-Weltmeister 2002 mit Deutschland in Japan.

Ein (T) urban Legend mit Happy End! Denn Jancker galt in Deutschland schon als abgeschrieben! Von 1992 bis 1995 gehörte der Ex-Rostocker zu den Ost-Importen, die in der Bundesliga die Bänke drückten. Beim 1. FC Köln kam er in 3 Jahren nur auf 5 Liga-Einsätze (1 Tor). Der Wechsel nach Wien war für Jancker wie eine Befreiung. Und dank der Turban-Legende schaffte er es bis zu den Bayern. Chapeau!

Carsten Jancker - Letzte Saison bei Bayern 2001/2002

Carsten Jancker Bayern Turban
Größter Erfolg für Carsten Jancker mit dem FC Bayern: Champions-League-Sieger 2001 im Elfmeter-Krimi gegen den FC Valencia in Mailand. Foto: Imago Images / Pressefoto Baumann

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