Udo Lattek: Der Deutsche gegen den besten Fußballer der Welt



Udo Lattek: Der Deutsche gegen den besten Fußballer der Welt

Auch wenn es auf dem Foto harmonisch aussieht: Udo Lattek und Superstar Diego Armando Maradona – das ging gar nicht. Links: Argentiniens Nationalcoach Cesar Luis Menotti, der Lattek später ablöste.
Auch wenn es auf dem Foto harmonisch aussieht: Udo Lattek und Superstar Diego Armando Maradona – das ging gar nicht. Links: Argentiniens Nationalcoach Cesar Luis Menotti, der Lattek später ablöste. Foto: Imago Images / Sven Simon

Udo Lattek – Der Erfolgstrainer durchlebte vor dem Wechsel zu „Barca“ 1981 die schlimmste Zeit seines Lebens.

Sein Sohn Dirk starb mit 15 Jahren an Leukämie. Am 10. Mai 1981 bat Lattek, zu diesem Zeitpunkt bei Borussia Dortmund unter Vertrag und mit 33 Siegen aus 73 Pflichtspielen bei weitem nicht so erfolgreich wie zuvor in Gladbach oder in München, BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball um die vorzeitige Vertragsauflösung.

„Ich musste was anderes erleben, ich musste raus aus der Enge in Deutschland, ich musst eine neue Herausforderung haben, bekanntermaßen sagt man, Barcelona wäre der schwierigste Klub auf der Welt, das hat mich gereizt“, erklärte Udo Lattek (1935 – 2015) Jahre später in einer SPORT1-Dokumentation über sein Lebenswerk. Für den als Deutsches Sport-Fernsehen 1993 an den Start gegangenen Münchner Sender hatte Lattek nach seiner Trainerlaufbahn und bis 2010 insgesamt 16 Jahre lang als Experte gearbeitet.

Als Trainer gewann Udo Lattek zuvor mit dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach insgesamt acht deutsche Meistertitel. Mit dieser Bilanz ist er der erfolgreichste Vereins-Fußballtrainer Deutschlands. Außerdem gewann er mit diesen beiden deutschen Topklubs und dem FC Barcelona alle drei Wettbewerbe im Europapokal. Mit den Bayern holte er 1974 den Landesmeisterpokal, mit „Barca“ gewann er 1982, am Ende seiner ersten Saison, den Pokalsieger-Cup, mit Gladbach triumphierte er 1979 im UEFA-Pokal.

Udo Lattek war bei „Barca“ in zwei Jahren Trainertätigkeit durchaus erfolgreich, aber richtig glücklich wurde er nicht. Nach Streitigkeiten mit dem 1982 für umgerechnet acht Millionen Euro verpflichteten argentinischen Superstar Diego Maradona – dem zu diesem Zeitpunkt teuersten Spieler der Fußballgeschichte – wurde Lattek aber entlassen. Zu einer Meisterschaft reichte es für Barcelona in der Ägide Lattek nicht.

 

Deutsche Disziplin und katalanischer Freigeist

Deutsche Disziplin und eine eher teutonische taktische Ausrichtung waren schon damals mit der Einstellung bei „Barca“ und der spielerischen Ausrichtung von „Mes que un Club“ nur schwer vereinbar. Dabei war der Start richtig verheißungsvoll. Bernd Schuster erinnerte sich: „Gleich bei seinem ersten Auftritt eroberte Udo Barcelona im Sturm. Vor 45.000 Fans in Nou Camp hielt er seine Antrittsrede beim Training auf Spanisch. Die Spieler hatten sofort Respekt vor ihm. Das war eine Riesen-Geschichte! Er punktete bei allen Spaniern, so wie Pep Guardiola, als er seine erste Pressekonferenz bei Bayern auf Deutsch hielt. Dabei hatte Udo nicht sechs Monate Zeit, die Sprache zu lernen, sondern nur drei…“

„Ich habe die Mannschafssitzungen und die Pressekonferenzen immer selbst geleitet, habe nie einen Dolmetscher gebraucht“, sagte Lattek bei der „Doppelpass“-Sendung zu seinem 75. Geburtstag im DSF im Januar 2010, „die Spieler haben mit mir Spanisch gesprochen, auch wenn sie Katalanen waren.“

Udo Lattek arbeitete in Barcelona mit Stars wie Allan Simonsen und Bernd Schuster zusammen. Doch mit der Ankunft von Diego Armando Maradona wurde es für ihn schwierig bis unmöglich.

 

„Noch ein Mal – und ich bringe Sie um!“

„Wir haben ein Trainingslager in Holland gemacht und dabei habe ich Medizinbälle eingesetzt“, erzählte Lattek einmal über den Start mit Barcelona in die Saison 1982/83, „nach dem ersten Training kam Maradona zu mir: Trainer, noch ein Mal – und ich bringe Sie um!“

Ein Alpha-Männchen und ein Welttrainer in einem Team – dass dies nicht lange gutgehen konnte, zeichnete sich also schon relativ früh ab.

„Die Mentalität der beiden war so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Lattek, der immer geradeaus war und sein Ding durchzog und Maradona, der alles sehr, sehr locker nahm. Diego konnte fünf Stunden mit Ball trainieren, aber ohne hatte er nach fünf Minuten keine Lust mehr“, schildete Bernd Schuster diese ungleiche Zusammenarbeit, „schon in der Saison-Vorbereitung war das Laufen nicht Diegos Sache, er war oft erst fünf Minuten vor Trainingsbeginn in der Kabine. Und während ich abends um 21 Uhr im Bett lag, genoss Diego das Nachtleben.“

 

Lattek und Maradona – Zwei Welten!

Schuster 2010 über Lattek und Maradona: „Dass Lattek von Maradona raus gemobbt wurde, kann man im Nachhinein so sehen. Das war so, da trafen natürlich zwei Welten aufeinander. Udo, so deutsch wie ein Profi sein konnte, und Diego, der bei allem, was ohne Ball war und länger als zehn Minuten gedauert hat, am liebsten nach Hause gegangen wäre.“

Maradona intrigierte gegen Lattek bei der Klubführung. „Ich möchte Menotti haben“, soll Maradona bei der „Barca“-Führung gefordert haben – und er wurde erhört. „El Flaco“, der Dürre, Argentiniens Weltmeistercoach von 1978, wurde 1983 Latteks Nachfolger. Der Maradona-Förderer der ersten Jahre und passionierte Kettenraucher hielt es in Barcelona allerdings auch nur eine Saison aus.

Lattek kehrte 1983 zu Bayern München zurück und prägte dort eine zweite, erfolgreiche Ära – mit drei Meistertiteln in Folge, zwei DFB-Pokal-Siegen und dem Erreichen des Europapokalfinales der Landesmeister 1987. Im „Barca“-Museum im Estadio Camp Nou ist bis heute eine eigene Ausstellung über Udo Lattek zu finden.

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