Als der FC Bayern den Meistertitel erschwindeln wollte und der Pfosten in Mönchengladbach brach


Gladbach holt das erste Double der Bundesliga-Geschichte

Netzer, Müller, Weisweiler, Gladbach
Günter Netzer, Ludwig Müller, und Trainer Hennes Weisweiler präsentieren Gladbachs erste Meisterschale! Copyright: imago images / WEREK

Gladbach und Bayern – Zwischen 1969 und 1977 tauchen nur zwei Namen auf der Meisterschale auf. Borussia Mönchengladbach und Bayern München. Beide Teams qualifizieren sich in der Aufstiegsrunde 1964/65 für die Bundesliga und beide Teams spielen flotten Angriffsfußball. Was weniger bekannt ist: Beide Vereine setzen in den 60-er Jahren fast komplett auf „local heroes“ und nicht auf nationale und internationale Stars.

Auch der FC Bayern! In Gladbach stammen Spieler wie Netzer, Vogts, Wimmer und Heynckes aus Mönchengladbach oder der näheren Umgebung, in München sind es die Bajuwaren Beckenbauer, Maier und Müller und etwas später Roth und Schwarzenbeck, die eine neue Ära einleiten.

Was dabei gerne vergessen wird. Gladbach wird in der Saison 1970/71, obwohl man zwei Punkte am „grünen Tisch“ verliert. Und weder das Team, noch der Trainer oder die Fans sind schuld, sondern die örtliche Verwaltung. Denn im Heimspiel gegen Werder Bremen stürzt Herbert Laumen beim Stand von 1:1 bei einem Luftkampf mit dem Bremer Torwart Bernard ins Tornetz, der Pfosten des Tores bricht. Wegen „schuldhaften Herbeiführens eines Spielabbruchs”, so das DFB-Gericht, wird das Spiel mit 2:0 für Bremen gewertet. Die Gladbacher Mannschaft ist fassungslos und schreibt einen öffentlichen Brief mit der berechtigten Frage: „Sind wir eigentlich Lizenzspieler oder Bauarbeiter? Wo steht denn geschrieben, dass wir Spieler verpflichtet sind, den Platzaufbau vorzunehmen, für den städtische Angestellte verantwortlich sind?

Was haben wir Spieler denn für eine Schuld daran, wenn irgendwo im städtischen Sportgelände ein Stück Holz kaputtgeht und nicht mehr zu reparieren ist?” Apropos: Der „Verursacher“ des Pfostenbruchs, Herbert Laumen, wechselt nach der Saison nach Bremen, „Pfostenbruch“ wird sein zweiter Vorname.

Der „König der Könige im Fußball“ – noch lange vor Pelé

20. März 1971: Rainer Zobel (m.) trifft für den FC Bayern München und gegen seinen Ex-Klub Hannover 96 mit Hans Siemensmeyer (m.) und Peter Anders (l.). Foto: Imago Images / Rust

Dennoch können die Gladbacher in der Saison den Meisertitel erringen – und nicht nur das: Sie sind der erste Verein in der Bundesliga, der seinen Meistertitel verteidigen kann.

Auf spektakuläre Art und mit Hilfe eines besonderen Motivationstricks, an den sich heute wenige erinnern: Nach dem ersten Meistertitel in der Saison 1969/70 fängt BMG am letzten Spieltag der Saison 1970/71 den FC Bayern München noch ab. Die Münchener verlieren mit 0:2 in Duisburg, während M’gladbach in Frankfurt mit 4:1 gewinnt. Am Ende haben die Gladbacher 50:18 Punkte, die Bayern nur 48:20.

Vor dem letzten Spiel sind beide Teams punktgleich und der FC Bayern hat die um ein Tor bessere Tordifferenz. Beim Spiel des FC Bayern in Duisburg greifen die Gladbacher zu einem besonderen Hilfsmittel. Als sich die Münchener in Duisburg warmlaufen, schallt es aus den Lautsprechern: „Meine Damen und Herren, liebe Sportplatzbesucher, wir bitten um Beifall und Anfeuerung für den MSV Duisburg, der bei einem Sieg für jeden Spieler eine Sonderprämie in Höhe von 2.000 Mark aus Mönchengladbach erhält.”

Fassungslosigkeit beim FC Bayern, Begeisterung auf den Rängen und mehr als motivierte „Zebras“ auf dem Platz. Besonders bei MSV-Stürmer Rainer Budde, der in der zweiten Halbzeit zweimal trifft. Die Bayern greifen zu fiesen Tricks: Als das 2:0 für den MSV fällt, verlässt Sepp Maier den Rasen. Duisburg- und Gladbach-Fans haben das Feld gestürmt und – so behauptet Maier – hätten den Bayern-Torhüter verletzt. Maier: „Man hat mich umgerannt und geschlagen!” MSV-Betreuer Jasbert bewertet den Sachverhalt anders: „Beckenbauer winkte ihm (Maier) etwas zu, und er ließ sich fallen“.

Nicht immer gelingt die Roberto Boninsegna Strategie, es gibt auch keine „Büchse“. Peinlich: Der DFB rechnet mit Bayern München als Meister und hat die Originalschale nach Duisburg gebracht, sie wird den Borussen noch am selben Tag am Frankfurter Flughafen überreicht.

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