Ligalive Livescores: +75 Ligen und Wettbewerbe ...

Ligalive.TV: Match Highlights internationaler Ligen ...

Ligalive Aktuell: Content To Rise Above the Noise...

Avanti Dilettanti – 20 deutsche Fußball-Bosse des Grauens


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Von Zockern, Geldverschwendern und Managern, die aus der Spur gerieten

Von Zockern und Geldverschwendern in der Bundesliga.
Von Zockern und Geldverschwendern in der Bundesliga. (Photo Illustration by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Der Erfolg eines Fußballklubs liegt zu einem großen Teil im Geld begründet, das er ausgeben kann. Doch das reicht nicht aus, um Erfolg und Misserfolg dauerhaft qualifizieren und quantifizieren zu können. Denn es gibt immer wieder Klubs, die erfolgreich sind, ohne viel Geld einzusetzen. Mainz 05 ist so ein Beispiel, der SC Freiburg auch und Darmstadt 98 in der Saison 2015/16 erst recht.

Doch dann gibt es auch die andere Seite, die ganz dunkle. Klubs, die viel ausgeben oder zumindest genauso viel wie andere und es kommt einfach nichts raus. Außer dass die Kasse irgendwann leer ist. Das kann an miserablem Scouting liegen, an schlechten Leistungen der verpflichteten Spieler, an Verletzungen, an falschen Schiedsrichterentscheidungen, an Pech oder an einer Kombination aus allem. Passiert das jedoch häufiger, dann hat man Muster und Struktur. Ein systematisches Muster an falschen Entscheidungen und eine Struktur der Inkompetenz. Das fleischgewordene Peter-Prinzip schlägt zu.

Wir haben Avanti Dilettanti zusammengestellt, die 20 ungeeignetsten, d.h. windigsten, inkompetentesten oder schlechtesten Präsidenten und Manager, die wir in den letzten 25 Jahren im deutschen Fußball finden konnten. Geschichten von Glücksrittern und Zockern, von Geldverschwendern, Sonnengöttern und Managern, die plötzlich aus der Spur gerieten. Einfach so. Und dann gibt es noch den ganz besonderen Fall des deutschen Kultklubs, der eigentlich schon ruiniert war, bis der große Feind ganz edelmütig… Die Genese dieses Thrillers kommt ganz zum Schluss. Doch anfangen wollen wir mit (fast) ruinierten Traditionsklubs.

Und da geht es in den Norden, in den Süden und in den Westen der Republik. Wie immer ist unsere Aufstellung höchst einseitig, vielfach ungerecht – aber wie wir denken – einfach wahr.

Das Peter-Prinzip

Zum Start möchten wir das Peter-Prinzip erklären. Laurence Johnston Peter war ein kanadisch-US-amerikanischer Lehrer, Erziehungs- und Sozialberater, Schulpsychologe, Gefängnislehrer und Professor.

Er formulierte das Peter-Prinzip, welches besagt, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in der Regel das persönliche Maximum der Karriere­leiter markiert und weitere Beförderungen ausbleiben lässt.

Als Folge ergibt sich: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, genau diese Aufgabe zu erfüllen.“Komplexe Hierarchie – das trifft auf Fußballvereine zu.

Und befördert bis oder irgendwie gespült nach ganz oben…, da sind einige Manager und Präsidenten treffende Beispiele, wie die folgenden Storys zeigen.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Dilettanti 20 – 16: Vom HSV-Präsident bis zum Abstiegsgaranten

20. Bernd Hoffmann – Wie man einen reichen Verein ruiniert

HAMBURG, GERMANY - MARCH 13: Bernd Hoffmann, president of Hamburger SV looks on during a press conference of Bundesliga football club Hamburger SV at Imtech Arena on March 13, 2011 in Hamburg, Germany. Hamburger SV announced today the dismissal of head coach Armin Veh, effective immediately. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
HSV-Vorstand Bernd Hoffmann hat keine Angst vor unpopulären Entscheidungen. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Bernd Hoffmann studierte an der Universität Köln und in Pennsylvania BWL und schloss das Studium 1989 als Diplom-Kaufmann ab. Anschließend war er beim Sportrechtevermarkter Sportfive in der Vermarktung diverser Fußballklubs tätig.

Am 16. Dezember 2002 gab der HSV die Verpflichtung Hoffmanns bekannt. Er trat sein Amt als Vorstandsvorsitzender am 1. Februar 2003 an. Im Dezember 2007 wurde sein Vertrag um weitere drei Jahre bis zum 31. Dezember 2011 verlängert. Im März 2011 erhielt Hoffmann mit 7:5 Stimmen nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Der Ende des Jahres 2011 auslaufende Vertrag mit Hoffmann sollte nicht verlängert werden. Am 16. März 2011 gab der HSV bekannt, dass man sich mit sofortiger Wirkung von Bernd Hoffmann getrennt habe. Seit 2012 ist Hoffmann als selbständiger Spielerberater tätig.

Während der Amtszeit von Hoffmann hatte der HSV zunächst durchaus Erfolg. Er qualifizierte sich ab und an für das europäische Geschäft, befand sich sogar häufiger mal im oberen Drittel der Bundesliga-Tabelle.

Doch der Verein konnte sich dort nicht nachhaltig festsetzen. Zwischen den Saisons 2003/05 und 2010/11 gab der HSV knapp 150 Millionen Euro für neue Spieler aus, nahm aber nur 113 Millionen Euro an Transfererlösen ein. Ein Delta von 37 Millionen Euro. Und dafür gab es im Zeitraum von 2003 – 2011 Platzierungen zwischen Platz 9 und Platz 3, in 2012 aber gleich mal den 15. Platz. Und seitdem hat der HSV regelmäßig 2 Spiele mehr als alle anderen Bundesligisten – 2 Relegationsspiele. Die einen könnten jetzt sagen, dass der Niedergang des HSV genau dann einsetzte, als der HSV Hoffmann und sein Team schasste. Die anderen werden sagen, dass dieses Team den HSV erst finanziell an den Abgrund geführt hatte, sodass die Folgen absehbar und folgerichtig waren.

19. Peter Knäbel – Das fleischgewordene Peter-Prinzip

HAMBURG, GERMANY - APRIL 25: Peter Knaebel, director of professional football of Hamburg looks on during the Bundeslga match between Hamburger SV and FC Augsburg at Imtech Arena on April 25, 2015 in Hamburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
HAMBURG, GERMANY - APRIL 25: Peter Knaebel, director of professional football of Hamburg looks on during the Bundeslga match between Hamburger SV and FC Augsburg at Imtech Arena on April 25, 2015 in Hamburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Synonym für inkompetentes Managertum wurde dabei Peter Knäbel. Erst schmiss er Joe Zinnbauer als Trainer raus, dann setzte er sich (den erfolgreichen Trainer mit Erfahrung aus der zweiten Schweizer Liga) als Cheftrainer ein.

Die Folgen waren desaströs. Als er dann auch noch im Park seinen Rucksack verlor mit wichtigen Vereinsinterna (sorry – er wurde ihm entwendet), schien es Schluss mit lustig zu sein. Doch Knäbel wurde zunächst nicht entlassen.

Kurze Zeit war aber Schluss. Und auch Didi Beiersdorfer hielt es nicht viel länger aus auf dem Chefposten. Jetzt soll es Oldie Heribert Bruchhagen richten. Und vielleicht schafft er ja mit Markus Gisdol zusammen die Wende. Best Practice in Soccer-Management? Eher nicht!

Wie dem auch sei – so richtig gute Personalentscheidungen hat der Klub in der Zeit von 2012 – 2017 wirklich nicht getroffen. Die Siegquote der etwas länger beschäftigten Trainer blieb im Zeitraum 2011 bis 2015 konstant unter 33 %. Bis – Bruno Labbdia wieder kam. Der rettete den HSV vor dem Abstieg und schaffte den Sprung ins Mittelfeld. Doch dann ereilte ihn im Herbst 2016 das Schicksal aller aktuellen HSV-Trainer. Die Work-Life Balance shiftete ganz schnell wieder in Richtung Freizeit.

18. Wildmoser – Der letzte mit Verstand, danach war bei 1860…

STUTTGART, GERMANY - MARCH 14: Fussball: 1. Bundesliga 03/04, Stuttgart; VfB Stuttgart - 1860 Muenchen; Praesident Karl-Heinz WILDMOSER / 1860 versteckte sich hinter Glas in der Ehrenloge 14.03.04. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
STUTTGART, GERMANY - MARCH 14: Fussball: 1. Bundesliga 03/04, Stuttgart; VfB Stuttgart - 1860 Muenchen; Praesident Karl-Heinz WILDMOSER / 1860 versteckte sich hinter Glas in der Ehrenloge 14.03.04. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
Wenn Karl-Heinz Wildmoser sehen könnte, was seine Nachfolger aus 1860 München gemacht haben, er käme wohl jede Nacht als Zombie wieder und würde sich auf sie stürzen. Die Manager, Präsidenten und Investoren, die den eigentlichen Lieblingsklub der Münchener Ureinwohner so ruiniert haben.

Karl-Heinz Wildmoser senior (* 5. Mai 1939 in München; † 28. Juli 2010 ebenda) war ein deutscher Großgastronom und vom 17. Mai 1992 bis zu seinem Rücktritt am 15. März 2004 Präsident des Fußball-Bundesligisten TSV 1860 München. Unter seiner Präsidentschaft stieg der Traditionsverein in den 90er Jahren binnen zwei Jahren von der Bayernliga in die Bundesliga auf. Bis zum Jahr 2000 konnte sich 1860 dort stets steigern – holte Stars wie Thomas Häßler und Martin Max – und erreichte neben einigen Teilnahmen am UI-Cup sowie dem UEFA-Pokal die Qualifikation zur Champions League durch einen 4. Platz in der Bundesliga.

In der Saison 1999/2000 gelang es dem TSV 1860 außerdem erstmals, beide Derbys in einer Spielzeit gegen den FC Bayern München zu gewinnen (1:0, 2:1). Sportlich konnte der TSV danach nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen und schließlich wurde Werner “Beinhart” Lorant am 18. Oktober 2001 als Trainer entlassen, nachdem die Mannschaft fünf Tage zuvor eine 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern München erlitten hatte.

Und im Frühjahr 2004 trat Wildmoser nach der Schmiergeldaffäre um den Münchner Stadionbau und wegen Korruptionsverdachts von seinem Amt zurück. Noch im gleichen Jahr stieg der TSV 1860 München in die 2. Bundesliga ab und das Unheil nahm seinen Lauf. Denn unter seinen diversen Nachfolgern kam der Klub nicht mehr auf die Beine. Peinlichkeit reihte sich an Peinlichkeit und es ist eigentlich ein Wunder, dass der Verein im Frühjahr 2016 noch immer in der 2. Bundesliga spielt. Wir wollen versuchen, die einzelnen Etappen, Scharmützel und Krisen chronologisch darzustellen.

1860 München – der Niedergang

MUNICH, GERMANY - AUGUST 04: A picture of Karl-Heinz Wildmoser is displayed at the Waldfriedhof cemetery on August 4, 2010 in Munich, Germany.The former president of the football club TSV 1860 Muenchen died on July 28, 2010. (Photo by Miguel Villagran/Bongarts/Getty Images)
MUNICH, GERMANY - AUGUST 04: A picture of Karl-Heinz Wildmoser is displayed at the Waldfriedhof cemetery on August 4, 2010 in Munich, Germany.The former president of the football club TSV 1860 Muenchen died on July 28, 2010. (Photo by Miguel Villagran/Bongarts/Getty Images)

Wirtschaftlich und sportlich war dabei das Frühjahr 2006 besonders bedrohlich für 1860. Im März erklärte Präsident Auer seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen, sein Nachfolger wurde der bisherige AR-Vorsitzende Alfred Lehner. Als Geschäftsführer wurde Stefan Ziffzer installiert. Kurze Zeit später rettete ausgerechnet der FC Bayern die Löwen vor der Insolvenz, indem er ihnen die Anteile an der Allianz Arena für 11 Millionen Euro abnahm und ein Rückkaufsrecht zusicherte.

Der Verein geriet unter Trainer Walter Schachner zusätzlich in akute Abstiegsgefahr. Erst am vorletzten Spieltag sicherte er sich durch einen 1:0-Heimsieg gegen den Konkurrenten 1. FC Saarbrücken den Klassenerhalt. Nach einer guten Hinrunde in der Saison 2007/08 rutschte die Mannschaft in der Rückrunde ins Mittelfeld ab und der Klassenerhalt wurde erst am vorletzten Spieltag mit einem 1:1 im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück gesichert, in der Rückrundentabelle belegte der Verein sogar den letzten Tabellenplatz. Nach dem Spiel gegen Osnabrück sagte Geschäftsführer Stefan Ziffzer über Präsident von Linde:

„Der Fisch stinkt vom Kopf her, und bei uns ist der Kopf der Präsident. Dieser Präsident ist eine Schande.“

Von Linde sprach daraufhin in Gegenwart von Sponsoren, die Ziffzer applaudierten, die fristlose Kündigung aus. Am 26. Mai 2008 erklärte Albrecht von Linde seinen Rücktritt, der Aufsichtsrat kürte noch in derselben Sitzung einstimmig Rainer Beeck zu seinem Nachfolger. Nach lediglich acht Siegen im Kalenderjahr 2008 und einer weiteren Niederlage im ersten Spiel des Jahres 2009 wurde Geschäftsführer Stefan Reuter beurlaubt. Manfred Stoffers folgte ihm als Geschäftsführer nach, Miroslav Stević wurde neuer Sportdirektor. Ende Februar wurde auch Cheftrainer Marco Kurz beurlaubt, seine Nachfolge trat der bisherige Co-Trainer Uwe Wolf an. Unter dessen Leitung gewannen die Löwen die nächsten beiden Spiele, in den neun anschließenden Spielen konnte die Mannschaft jedoch nur sechs weitere Punkte, wovon kein Spiel ein Sieg war, einfahren. Nach dem 32. Spieltag wurde Wolf durch Ewald Lienen abgelöst. Aus den letzten beiden Saisonspielen holte die Mannschaft einen Punkt, was zum Klassenerhalt ausreichte. Im Frühjahr 2009 war Nicolai Schwarzer aus Berlin als neuer Investor im Gespräch und leistete eine Anzahlung auf den Kaufvertrag. Nach Querelen in und zwischen Geschäftsführung, Aufsichtsrat und der DFL stieg Schwarzer wieder aus. Die bereits geleistete Anzahlung wurde in ein langfristiges Darlehen umgewandelt.

Die Spielzeit 2009/10 lief zu Beginn wenig erfolgreich für den TSV 1860, zwischenzeitlich drohte die Mannschaft sogar auf den Abstiegsrelegationsplatz zu fallen. Im Laufe der Hinrunde stabilisierten sich die Löwen jedoch und beendeten die Saison schließlich auf Platz 8. Im DFB-Pokal 2009/10 gelang es den Sechziugern nach einem Sieg gegen Hertha BSC in das Achtelfinale des Pokals aufzusteigen. Im Juni 2010 trat Geschäftsführer Manfred Stoffers nach einem in der ersten Instanz gegen die Allianz Arena GmbH verlorenen Prozess wegen der Zahlung von Catering-Kosten zurück. Seit dem 1. August 2010 ist Robert Niemann Nachfolger von Manfred Stoffers. Im Oktober 2010 wurden dem TSV 1860 zwei Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung abgezogen. Die finanzielle Situation blieb weiter angespannt, es wurden deshalb während der Spielzeit mehrere Spieler verkauft oder abgegeben. Im weiteren Saisonverlauf sprachen Vertreter des Vereins mehrmals davon, dass dieser kurz vor der Insolvenz stünde.

1860 München – Der Investor

MUNICH, GERMANY - AUGUST 04: A fan of the football club TSV 1860 Muenchen attends the funeral service for the former president of the football club Karl-Heinz Wildmoser at the Waldfriedhof cemetery on August 4, 2010 in Munich, Germany.The former president of the football club TSV 1860 Muenchen died on July 28, 2010. (Photo by Miguel Villagran/Bongarts/Getty Images)
MUNICH, GERMANY - AUGUST 04: A fan of the football club TSV 1860 Muenchen attends the funeral service for the former president of the football club Karl-Heinz Wildmoser at the Waldfriedhof cemetery on August 4, 2010 in Munich, Germany.The former president of the football club TSV 1860 Muenchen died on July 28, 2010. (Photo by Miguel Villagran/Bongarts/Getty Images)

Nachdem bereits im Jahr zuvor Gerüchte über den Einstieg eines Investors aus dem arabischen Raum aufgetreten waren, konkretisierten sich diese Anfang April 2011, als der jordanische Geschäftsmann Hasan Ismaik Interesse an einem Einstieg beim TSV 1860 bekundete. In den folgenden Wochen wurden mehrere Bedingungen erfüllt, so verzichteten unter anderem die Gläubiger von 1860 München auf 40 Prozent der jeweiligen Schuldsumme. Die DFL wies den eingereichten Vertragsvorschlag zweimal zurück, akzeptierte ihn aber nach diversen Anpassungen. Nachdem die Mannschaft die Spielzeit sportlich im Tabellenmittelfeld abgeschlossen hatte, wurde der Kooperationsvertrag zwischen 1860 und Hasan Ismaik am 30. Mai 2011 unterzeichnet, der Ismaiks Firma HAM International Limited 60 Prozent der Anteile der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA übertrug. Um die 50+1-Regel einzuhalten, hält Ismaik allerdings nur 49 Prozent der Stimmrechte.

In der Saison 2011/12 konnte der TSV 1860 zum ersten Mal seit der Saison 2005/06 einen höheren Heimzuschauerschnitt im Vergleich zur Vorsaison nachweisen. Nach einem guten Saisonstart 2012/13 mit 16 Punkten und ohne Niederlage wurde Trainer Reiner Maurer entlassen, nachdem aus den darauffolgenden sechs Spielen lediglich vier Punkte geholt worden waren. Die Vereinsführung gab als Grund an, dass das Saisonziel, die sportliche Weiterentwicklung, in Gefahr schien. Nachdem kurz nach dem Saisonstart 2013/14 die Mannschaft nur im Mittelfeld der Tabelle lag, zog die Vereinsführung die Konsequenzen und entließ Trainer Schmidt bereits nach 6 Spieltagen zum 31. August 2013, um „unsere Ziele für diese Saison nicht zu gefährden“.

Am 7. September 2013 wurde die Verpflichtung von Friedhelm Funkel verkündet. Am 2. April 2014 teilte der Verein die Beendigung der Zusammenarbeit mit Trainer Friedhelm Funkel zum Saisonende mit. Nach dem nächsten Spiel wurde er freigestellt und Co-Trainer Markus von Ahlen übernahm die Mannschaft bis Saisonende. Neuer Trainer zur Saison 2014/15 wurde der Niederländer Ricardo Moniz, der nach einem enttäuschenden Saisonauftakt bereits am 24. September 2014 wieder entlassen wurde, woraufhin Markus von Ahlen wieder Trainer wurde. Am 17. Februar 2015 wurde van Ahlen beurlaubt und durch Torsten Fröhling, den Trainer der U-21-Mannschaft, ersetzt.

Mit ihm als Trainer beendete der TSV 1860 die Saison auf Tabellenplatz 16 und musste damit in zwei Relegationspartien gegen Holstein Kiel um den Verbleib in der Zweitklassigkeit spielen. Nach einem torlosen Remis vor auswärtiger Kulisse gewann die Mannschaft das Rückspiel am 2. Juni 2015 in München mit 2:1 und verhinderte somit einen Abstieg in der Saison 2015/16.

Aufgrund der vorausgegangenen Misserfolge des Vereins und gescheiterten Verhandlungen mit dem Investor Ismaik trat das Präsidium in der Sommerpause 2015 mit sofortiger Wirkung geschlossen zurück. Fröhlings Vertrag wurde bis 2016 verlängert, nachdem man zuvor eine Verpflichtung Felix Magaths in Erwägung gezogen hatte. Am 6. Oktober 2015 wurde Fröhling beurlaubt; Benno Möhlmann wurde neuer Trainer. Und wer glaubte, dass es nicht mehr viel schlechter werden könne, der wurde eines besseren belehrt.

Obwohl mit einem der höchsten Etats und teuersten Teams angetreten mussten die Löwen in der Saison 2016/17 in die Relegation. Und verloren gegen Jahn Regensburg. Da der Investor für die 3. Liga nicht so viel Geld bereitstellen wollte, wie nötig, ging es gleich noch eine Etage tiefer.

1860 ist noch unregierbarer als Schalke 04 in seinen besten Chaos-Tagen.

17. Michael Roth – Der den Misserfolg anzog

GELSENKIRCHEN, GERMANY - FEBRUARY 25: President Michael A. Roth of Nuremberg speaks to Stefan Kiessling before the Bundesliga match between FC Schalke 04 and 1. FC Nuremberg at the Veltins Arena on February 25, 2006 in Gelsenkirchen, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
GELSENKIRCHEN, GERMANY - FEBRUARY 25: President Michael A. Roth of Nuremberg speaks to Stefan Kiessling before the Bundesliga match between FC Schalke 04 and 1. FC Nuremberg at the Veltins Arena on February 25, 2006 in Gelsenkirchen, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
Michael Adolf Roth (* 13. August 1935 in Kitzingen) ist ein deutscher Unternehmer und Fußball-Funktionär. Er war von 1979 bis 1983 und von 1994 bis 2009 Präsident des 1. FC Nürnberg. Roth wuchs in Mittelfranken auf und begann mit 15 eine Handelslehre bei seinem Vater, einem Schrotthändler.

1956 gründete er das Heimtextilienunternehmen ARO Heimtextilien. Er trat im Februar 1979 zum ersten Mal das Präsidentenamt beim 1. FC Nürnberg an. Zuvor war er bereits seit November 1977 im Gesamtvorstand des Clubs tätig gewesen. Nach fast fünf Jahren Amtszeit trat er am 20. Dezember 1983 zurück.

Am 25. Oktober 1994 wurde er erneut zum Präsidenten des 1. FC Nürnberg gewählt. Kurz nach seinem 80. Geburtstag musste er einen schweren Gang antreten. Sein einstiges Teppich-Imperium machte Pleite. 2013 musste Roth bereits Insolvenz anmelden, dabei handelte es sich allerdings um ein Sanierungsverfahren in Eigenregie. Michael Roth ist für ein gewaltig großes Ego bekannt, das im Gegensatz zu beidem steht. Seiner realen Größe und seinen Erfolgen beim “Club”. Zwar gelang dem Verein im Jahr 2007 unter Trainer Hans Meyer 39 Jahre nach der Meisterschaft 1968 mit dem DFB Pokalsieg wieder ein Titelgewinn.

Doch genau wie 39 Jahre zuvor ging es in der nächsten Saison gleich wieder in den Keller – Abstieg in die 2. Bundesliga. Der pfiffige Meyer hatte sich allerdings rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Während der Amtszeit von Roth arbeiteten 15 namhafte Trainer, darunter Klaus Augenthaler, Felix Magath, Wolfgang Wolf und Thomas von Heesen für den Verein. Keiner konnte ihn nachhaltig stabilisieren.

16. Martin Bader – Warum kriegt er immer wieder einen Job?

HANOVER, GERMANY - FEBRUARY 13: Martin Bader of Hannover before the Second Bundesliga match between Hannover 96 and VfL Bochum 1848 at HDI-Arena on February 13, 2017 in Hanover, Germany. (Photo by Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images)
HANOVER, GERMANY - FEBRUARY 13: Martin Bader of Hannover before the Second Bundesliga match between Hannover 96 and VfL Bochum 1848 at HDI-Arena on February 13, 2017 in Hanover, Germany. (Photo by Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images)
Im Gegensatz zu seiner Vorliebe für Trainerwechsel hielt Michael Roth an seinem Manager Martin Bader lange fest. Martin Bader ist Reserveoffizier der Bundeswehr und studierter Sportökonom. Das Thema seiner Diplomarbeit aus dem Jahr 1995 lautete „Die DFB-Gerichtsbarkeit – dargestellt am Lizenzierungsverfahren für Lizenzvereine im Fußball am Beispiel von Hertha BSC“.

1994 bis 1998 war er in verschiedenen Positionen bei der UFA (heute Sportfive) tätig. 1998 wechselte er als Assistent der sportlichen Leitung zu Hertha BSC. 2002 stieg er dort zum verantwortlichen Leiter der Fußballabteilung auf. Am 12. November 2003 unterschrieb Bader einen Vertrag beim 1. FC Nürnberg – auch ein Sportfive-Klub. Er trat das Amt des Sportdirektors am 1. Januar 2004 an.

Ab Februar 2004 war Martin Bader hauptamtlicher Vizepräsident des 1. FC Nürnberg. Von Oktober 2010 bis September 2015 war er einer der beiden Vereinsvorstände und verantwortete die Bereiche Sport und Öffentlichkeitsarbeit. Während Baders Amtszeit gewann der Verein 2007 den DFB-Pokal, stieg aber auch 2 Mal – 2008 und 2014 – in die 2. Bundesliga ab. Der 1. FC ist mit 8 Abstiegen und 7 Aufstiegen die erfolgreichste “Fahrstuhlmannschaft” der Bundesliga.

Im September 2015 wurde Martin Bader vom Vereinspräsident und bisherigen alleinigen Geschäftsführer von Hannover 96, Martin Kind, zum weiteren Geschäftsführer von Hannover 96 berufen. Prompt geriet der Klub in Abstiegsgefahr und in der Saison 2015/16 stiegen die Niedersachsen ab. Das war es dann auch für Bader. Und er versuchte sich in Kaiserlsuatern. Ohne großen Erfolg. Im Herbst 2019 war auch dort Schluss.

Seite von
>