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Bundesliga-Geschichte – Als die Rückennummer Pflicht und der Trainer mit Steinen beworfen wurde

Heute am 08. April in der Fussball-Bundesliga: Der DFB führt feste Trikotnummern ein und in Kaiserslautern fehlt ein Paar Schuhe …

Gerhard Mayer Vorfelder

Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 08. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Am 08. April 1978 stürmt Tabellenführer 1. FC Köln den gefürchteten Betzenberg und bringt den 1. FC Kaiserslautern buchstäblich um die Ecke. Beide Tore zum 2:0-Sieg durch Dieter Müller und Yasuhiko Okudera fallen nach einstudierten Eckballvarianten, für die die Weisweiler-Elf 1977/78 eigentlich schon bekannt ist. Der auf den kurzen Pfosten geschlagene Ball wird von einem Kölner verlängert, im Fünfmeterraum lauert ein Mitspieler. Das klappt schon im Hinspiel, weshalb FCK-Trainer Erich Ribbeck seine Schützlinge eindringlich darauf hinweist. Nun muss er der Presse sagen: „Köln hat nicht gewonnen, weil es mehr Chancen hatte, sondern weil meine Spieler bei zwei Eckbällen gepennt haben. Sechs Tore bekamen wir in dieser Saison von Köln, davon vier nach Ecken.“

Am selben Tag rennt Stuttgarts Hansi Müller den Hamburger Schiedsrichter Klaus Ohmsen unabsichtlich über den Haufen. Ohmsen muss durch einen Linienrichter ausgetauscht werden, der wiederum durch einen Schiedsrichter, der Mitglied des VfB ist. Da das ein Protestgrund für die Düsseldorfer sein könnte, lässt der Gastgeber per Stadionsprecher „einen geprüften Schiedsrichter“ ausrufen und findet einen Herrn aus Heilbronn, der den Ersatzlinienrichter nach zwölf Minuten wieder ersetzt. Zwar auch näher an Stuttgart als an Düsseldorf, aber nach dem 1:1 hat die Fortuna keinerlei Einwände.

In Saarbrücken entlädt sich am 08. April 1986 der Frust der Fans über Trainer Uwe Klimaschefski. Er wird nach der 1:2-Niederlage gegen Bayer Uerdingen mit Steinen beworfen und muss den Ludwigspark unter Polizeischutz verlassen. Immerhin unverletzt. Angenehmeren Kontakt zur Basis hat Waldhof Mannheims Klaus Schlappner, den der Schiedsrichter in Leverkusen auf die Tribüne schickt. Halb so wild, „da habe ich viele nette Leute getroffen.“Große Klappe, kleine Füße – das war Wolfram Wuttke 1989. Sein loses Mundwerk kostete ihn manche Mark. Dass auch die Füße zum Problem werden konnten, zeigt sich 1989. Denn er hat beim Taschepacken vor dem Spiel seines 1. FC Kaiserslautern in Köln die Fußballschuhe vergessen und kein Mitspieler hat Schuhgröße 6. Zum Glück gibt es ein Vorspiel von Jugendlichen, Wuttke leiht sich die Treter eines Kindes (das Alter ist nicht überliefert) und avanciert zum besten Spieler der Gäste. Bundesliga – ein Kinderspiel!

Am selben Tag beschließt der Ligaausschuss des DFB die Einführung von festen Rückennummern und des Namens auf den Spielertrikots ab 1990/91. „Vom Psychologischen her versprechen wir uns eine Verringerung des Abstands zwischen Spielern und Fans“, sagt Ausschuss-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder.

Am 08. April 1994 steuert Aufsteiger VfB Leipzig in Richtung 2. Liga. Nach der 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg tritt Trainer Jürgen Sundermann nach nur acht Spielen zurück. Er war mit dem VfB 1993 zwar aufgestiegen, war dann aber nach Mannheim gegangen. In der Not holten sie ihn zurück, nach sechs Pleiten in acht Spielen ist er schon wieder Geschichte. Wenn schon der Wundermann nicht mehr an die Wende glaubt, muss die Lage ernst sein.

Einen Einstand nach Maß gibt es am 08. April 1995 für Leverkusens Trainer Erich Ribbeck. Obwohl seine Mannschaft nach Jupp Nehls Platzverweis 82 Minuten in Unterzahl spielt, gewinnt sie in Mönchengladbach mit 3:1. Wenn 20 Beine mehr rennen als 22, dann muss das ja Gründe haben. Auch bei Eintracht Frankfurt gibt es ein Trainerdebüt, Karl-Heinz „Charly“ Körbel ist der Heynckes-Nachfolger und bringt aus Karlsruhe erst mal einen Punkt mit (1:1). Manager Bernd Hölzenbein reicht das schon, seinem alten Kumpel fest anzustellen, „der Trend ist eindeutig“.Der VfB Stuttgart quittiert am 08. April 2000 beim 2:5 gegen den VfL Wolfsburg seine 400. Bundesliganiederlage. Drei Tore gelingen dem Nigerianer Jonathan Akpoborie, der den VfB 1999 verlassen hat. Nicht jedes Wiedersehen macht Freude, nicht jeder Kalenderspruch stimmt immer.

2015 sorgt ein Pokalspiel für Gesprächsstoff in der Bundesliga. Weniger der glückliche Bayern-Sieg nach Elfmeterschießen als vielmehr das Nachspiel hat Auswirkungen für Bayer Leverkusen. Verteidiger Emir Spahic gerät mit Ordnern des eigenen Vereins aneinander, die ihm und seinen Kumpels den (verbotenen) Weg in die Katakomben verstellen, aneinander. Mehrere Minuten halten die Ordner Spahic fest, die Lage scheint sich zu beruhigen, da rammt er seinen Kopf gegen den eines Ordners. Ein Eklat, von dem sofort Videobilder ins Netz gelangen. Am nächsten Tag entschuldigt er sich zwar öffentlich, aber Bayer wirft ihn vier Tage später raus. Der Ordner zeigt ihn wegen Körperverletzung an, man einigt sich vor Verfahrensbeginn auf 75.000 Euro Schmerzensgeld. Die zahlt Spahic schon von seinem Gehalt beim HSV, der Sorgenkinder stets gern aufnimmt.[svc_carousel_layout car_autoplay=”yes” loadmore=”yes” grid_link_target=”nw” dexcerpt=”yes” dmeta_data=”yes” dsocial=”yes” query_loop=”size:16|order_by:date|order:DESC|post_type:post” grid_thumb_size=”200X172″ svc_class=”bigger-slider” title=”Mehr Stories von Ligalivenet”]


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