Bundesliga-Geschichte – Als Hoeneß’ Steuerskandal begann


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 20. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Nie ist mehr Heimvorteil als am 30. Spieltag 1967/68. Alle neun Gastgeber gewinnen ihre Spiele, das Torverhältnis lautet 25:5 zu ihren Gunsten. Am deutlichsten gewinnt der 1. FC Köln (5:1 gegen Eintracht Frankfurt), am schwersten wiegt das 3:0 des VfB Stuttgart gegen die Bayern, die sich damit praktisch aus dem Titelrennen verabschieden. Der designierte Meister 1. FC Nürnberg startet am furiosesten und führt gegen Duisburg zur Pause schon mit 4:0 (Endstand 4:1). Die größte Erleichterung bewirkt Schalkes 1:0 im Revierderby, denn es ist der erste Sieg seit fünf Jahren gegen Borussia Dortmund, deren neuer Trainer Oswald Pfau zum Einstand gleich mal die Pressekonferenz schwänzt: „Ich muss zum Bus, die Mannschaft wartet.“ Noch etwas bringt dieser Spieltag: schon vier Partien vor Saisonende stehen beide Absteiger fest, auch Borussia Neunkirchen ist nach dem 2:4 in Braunschweig nicht mehr zu retten.

Erst zum vierten Mal in der Bundesligageschichte fällt 1996 ein Spiel aus, weil eine Mannschaft nicht genug Spieler zusammen bekommt. So ergeht es dem HSV am 20. April vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Obwohl der Trainer Felix Magath heißt, sind gleich 16 Spieler nicht fit und der Bulgare Yordan Letchkov bleibt suspendiert. Der DFB setzt die Partie ab.

Hoeneß, Bayern, 2013
Uli Hoeneß nimmt der Steuerskandal 2013 sichtbar mit. Copyright: imago images / Pressefoto Baumann

20. April 2007: In Bremen fällt das "Tor des Jahres"

Diego, Werder Bremen
Bremens Diego (re.), hier gegen Jeffrey Leiwakabessy (Aachen), schießt bei diesem Match 2007 das Tor des Jahres. Copyright: imago images / Team 2

In den Katakomben des Westfalenstadions geht es am 20. April 2002 nach Abpfiff hoch her. Ein umstrittener Elfmeter rettet Titelaspirant Borussia Dortmund einen 2:1-Sieg gegen Fastabsteiger 1. FC Köln. Eine stabile Kabinentür wiederum rettet Schiedsrichter Helmut Fleischer vor den Konsequenzen seiner Tat. Kölns Christian Springer malträtiert sie mit Fäusten und man hört ihn rufen: „Komm raus aus Deiner Kabine, Schiri – oder hast Du Schiss?“ Als er wieder rauskommt und nur noch die Journalisten auf ihn warten, gibt er geknickt zu dass es kein Elfmeter gewesen sei, aber „im Spiel war ich mir bombensicher“. 2002 gibt es eben noch keinen Kölner Keller und ein Kölner Koller ändert nichts an Tatsachenentscheidungen…

In Bremen fällt das Tor des Jahres 2007. In der Nachspielzeit des Heimspiels gegen Aufsteiger Alemannia Aachen schießt Werders Brasilianer Diego nach einer abgewehrten Ecke den Ball aus, laut Bild-Zeitung, 63,14 Metern ins von Keeper Kristian Nicht verlassene Tor. „Dieses Tor war das beste meiner Karriere“, sagt der glückliche Schütze hinterher.

Schalkes Torwart Manuel Neuer erklärt am 20. April 2011 auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz seinen Abschied. Unter Tränen und mit brüchiger Stimme. Da fühlt sich einer sichtlich unwohl in seiner Haut, auch dabei nicht mal den neuen Verein verkünden zu dürfen. Dass er im Juli zu 2011 den Bayern wechselt, pfeifen längst alle Spatzen von den Revier-Dächern, Deutschlands Nummer 1  spricht nur von „einer Möglichkeit“.

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20. April 2013: Hoeneß’ Steuerhinterziehung kommt ans Licht

Hoeneß, Bayern
Uli Hoeneß legt seine Ämter beim FC Bayern München unter Tränen nieder. Es soll der größte Steuerskandal in der Geschichte der Bundesliga werden. Copyright: imago images / Sven Simon

Skandal in der Bayern-Kabine beim Champions League-Spiel gegen Real Madrid 2012. Im Streit um einen Freistoß, den sie bis in die Halbzeit ausdehnen, schlägt Franck Ribery seinem Mitspieler Arjen Robben ein Veilchen. Das geschieht am 17. April 2012. Drei Tage später wird die Strafe publik: Ribery werden 50.000 Euro vom Gehalt abgezogen.

In München platzt am 20. April 2013 eine Riesenbombe. Es gibt plötzlich einen Fall Uli Hoeneß. Der Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern soll nach einem Bericht des Focus Steuern auf Börsengewinne hinterzogen haben, in exorbitanten Höhen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und es ist fraglich, ob sie sich mit der ebenfalls bekannt werdenden Selbstanzeige zufrieden geben wird. Hoeneß taucht ab, der Verein gibt keine Stellungnahme ab und verweist auf „die Privatangelegenheit des Präsidenten“. Die Reaktionen fallen sehr gemischt aus. Der Kicker kommentiert: „Einen wie ihn, der im Fernsehen Steuermoral predigt und dann sein Schweizer Konto lüftet, den hätte ein Uli Hoeneß in Topform verbal nach allen Regeln der Kunst verwurstet.“

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