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Eintracht Frankfurt: So lief der Transfer von Holland-Knipser Bas Dost

Bas Dost und die niederländische Elftal: Im November 2015 jubelt er mit Arjen Robben (l.) beim Freundschaftsspiel gegen Wales in Cardiff.

Er kam, sah und siegte – Eintracht Frankfurt hat den Bas – und eine Menge Ärger um den Transfer des Niederländers mit Dosts Ex-Klub Sporting Lissabon.

Die Anspannung nach dem Last-Minute-Transfer merkt man dem sonst so lockeren Bas Dost an, als der am 29. August erstmals auf der Ehrentribüne der Frankfurter Commerzbank Arena auftaucht. Das Europa-League-Playoff-Rückspiel gegen Racing Straßburg (3:0) kann Dost nicht mitmachen, weil die Meldefrist abgelaufen ist.

Vorangegangen sind 10 Tage Zoff mit Sporting Lissabon um den Abgang des Mittelstürmers. ,,Es ist sehr viel passiert”, erzählt Dost in SPORT BILD (Ausgabe 35/ 2019), ,,ich bin gerade sehr müde.”

In der Tat ist das Tauziehen um den früheren Wolfsburger, der mit dem VfL 2015 DFB-Pokalsieger und DFL Supercupsieger wird, ermüdend. Einblicke, wie der Transfer abgelaufen sein soll, liefert Sportings Präsident Frederico Varandas in einem Interview auf der Homepage des Vereins, welches auch Ligalive.net vorliegt.,,Der Transfer nach Frankfurt war der einzig mögliche Deal. Ende Mai hat Dost uns über seinen Wechselwunsch informiert und wir haben unser Budget dementsprechend angepasst“, so Varandas.

Wohl auch schon vorher. Nach einem Kabinen-Angriff von Sporting-Ultras auf die eigenen Spieler, bei dem Dost verletzt wird, will der Niederländer nur noch weg aus Lissabon.

Wie der 39-jährige Varandas nun zudem zugibt, haben sich die Portugiesen wohl auch bei Dosts Bezügen finanziell überhoben. ,,Ich schätze Bas Dost als Mensch und als Spieler, aber sein Jahresgehalt von 6 Millionen Euro im Jahr war untragbar für Sporting und jenseits jeglicher Realität für den portugiesischen Fußball.“ Das lassen wir mal so stehen. Dost hat erst im Juni 2018 ein neues und mit Sicherheit besser dotiertes Arbeitspapier bei Sporting Lissabon (bis 2021) unterschrieben. Dann kommt der Fan-Angriff wenig später – und die Sachlage hat sich geändert.

Trotz dieser eigentlich klaren Ausgangslage – Stürmer will weg und ist sich mit neuem Klub einig – dauert es lange, bis der Deal mit Frankfurt klar ist.Die angeblich in Dosts neuem Vertrag verankerten Bonus-Zahlungen von rund 500.000 Euro wollen die Portugiesen nicht zahlen.

Dosts Berater Günther Neuhaus dementiert diese Behauptung in SPORT BILD und spricht von ,,kurzfristigen Forderungen.” Fredi Bobic (47), im Sommer in Frankfurt im absoluten Transfer-Stress, sieht klar: „Mit Sporting ist es nie einfach.“

Varandas erneuert nun seine Vorwürfe: „Ich wollte nicht, wie der Deal zustande kam, aber das war nicht unsere Schuld. So sehr wir Dost mochten, sahen wir uns dennoch gezwungen, die Situation in einem Statement richtigzustellen. Wir lassen uns von keinem Berater der Welt als Geisel nehmen.“

Ein harter Vergleich, der stehen bleibt – auch wenn der Transfer letztlich mit einer Ablöse von 7 Mio. Euro inklusive der Boni von 500.000 Euro, die Frankfurt übernimmt, doch noch zustande gekommen ist. Die Lissabonner sichern sich zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von 15 Prozent. Frankfurt freut sich nun auf den Holland-Knipser. Dost trifft direkt zum Einstand gegen Fortuna Düsseldorf (2:1), nachdem er zuvor für den VfL Wolfsburg in 85 Bundesliga-Spielen 36 Tore erzielt hat.


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