FC Bayern München: Was nur sehr wenige wissen. Fun Facts, Absonderlichkeiten und Wow-Events


Der FC Bayern München ist deutscher Rekordmeister. Das ist ein „No Brainer“. Doch hier kommen Fun Facts der besonderen Art.

Erster Bundesligasieg: Am 2. Spieltag der Saison 1965/66 erzielen die Bayern ihren ersten Sieg in der Bundesliga im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. 2:0 heißt es am Ende und Rainer Ohlhauser (24.) und Werner Nafziger (87.) erzielen die ersten Bundesligatore des Vereins. Team (Inkl. der Kicker-Noten von damals): Maier (1) – Kupferschmidt (3) , Olk (1) – Drescher (2) , Beckenbauer (2) , Borutta (3) – Müller (3) , Koulmann (2) – Nafziger (3) , Ohlhauser (3) , Brenninger (3) Trainer: Cajkovski

Prügeleien zwischen Spielern sind bei den Bayern gar nicht so selten: In der Saison 1999/00 geraten Bixente Lizarazu und Lothar Matthäus aneinander und der Franzose verpasst dem Franken eine Ohrfeige. Doch das ist im Training und eher harmlos. Dort muss man in den Neunzigern schon Christian Ziege und Brasilien-Flop Bernardo trennen. In den Achtzigern klebt Jean-Marie Pfaff seinem Torhüter-Rivalen Raimond Aumann während einer Liegestützübung eine. Deftiger wird es in der Neuzeit in der Champions League: Im Hinspiel des Halbfinales gegen Real Madrid verpasst Franck Ribéry im April 2012 Arjen Robben in der Kabine ein Veilchen. Auslöser ist ein Zoff Minuten zuvor auf dem Platz: Der Franzose will unbedingt einen Freistoß treten, Robben setzt sich vehement für Toni Kroos ein. Zack… Der Franzose muss 50.000 Euro Strafe zahlen.

Die Saison 2013/14: In der Saison 2013/14 steht der FCB mit Coach Pep Guardiola schon nach dem 27. Spieltag als Meister fest – die bisher früheste Meisterschaft in der Geschichte der Bundesliga. In jener Saison stellen die Bayern auch den Bundesligarekord von 53 Spielen ohne Niederlage auf. Begonnen wird die Serie schon im November 2012 unter Jupp Heynckes. Sie reißt erst im April 2014 nach gewonnener Meisterschaft durch ein 0:1 in Augsburg. Im Kalenderjahr 2013 verlieren die Bayern kein Spiel, das gibt es bis heute in der Bundesligageschichte kein zweites Mal.

Nummer Zwei: Die Münchner sind jahrzehntelang nur die Nummer zwei in der bayerischen Hauptstadt – hinter dem Lokalrivalen 1860 München. Die „Löwen“ sind Gründungsmitglied der Bundesliga und werden in der ersten Saison des FCB (1965/66) erster Bundesligameister der Stadt.

König Otto in Bayern: In die Kategorie Missverständnis fällt Otto Rehhagel. Kein Trainer hat bis Dezember 2019 in der Bundesliga-Geschichte häufiger auf der Bank gesessen als Otto Rehhagel (820 Spiele). Rehhagel kommt 1995 von Werder Bremen, wo er 14 Jahre lang nahezu allein geherrscht hat. Am 28. April 1996 wird Otto Rehhagel drei Tage vor dem Final-Hinspiel im UEFA-Pokal gegen Girondins Bordeaux entlassen. Er äußert sich später in der „Sport-Bild” mit den Worten: „Bei meiner Entlassung soll Klinsmann der entscheidende Mann gewesen sein und gesagt haben: „Rehhagel muss weg.”

Warum eigentlich Mia san Mia: Auf Hoch-Deutsch heißt Mia san Mia so ähnlich wie „Wir sind wir”, übertragen „Uns kann keiner was”. Der Spruch ist keine Erfindung des FCB, sondern ein Spruch aus Österreich. Historiker haben nachgewiesenen, dass er schon von Soldaten der K.u.K.-Monarchie im 19. Jahrhundert gebraucht wird. Von Österreich kommt er nach Bayern und irgendwann ganz spät zum FCB. Genaues ist nicht überliefert. Aber als der FCB im Jahr 1987 Rekordmeister wird, hört man den Spruch von den Ur-Bayern Hans Pflügler, Hansi Dorfner und Ludwig Kögl nach Erfolgen in Liedform. „Mia san mia, mia san mia, mir san stärker wie die Stier…” – urban legend has it, dass die drei Bayern-Granden dabei gerne auf den Tischen tanzen.

Die Bayern und die Klinsmann-Buddhas:  Jürgen Klinsmann sorgt mit einer ungewöhnlichen Dekoration des Bayern-Hauptquartiers schon vor Beginn seiner ersten Bundesligasaison als Trainer für die Bayern für Gesprächsstoff. Und zwar mit leblosen Figuren in Gold, liegend und sehr erhaben. Oder etwas andächtiger in Weiss und im Schneidersitz. Sie stehen auf der Dachterrasse sowie in der kuscheligen Lounge des neuen Leistungszentrums des FC Bayern und sollen für einen positiven „Energiefluss“ sorgen. Doch die Buddhas haben weniger einen positiven Einfluss auf den Energiefluss der Bayern-Spieler, denn negative Auswirkungen auf das Image des Vereins. Schmähungen, Lästereien und bissige Kommentare sind das einzige, was sie auslösen. Und auch die katholische Kirche ist nicht glücklich über die Bayern-Buddhas, gibt sich aber diplomatisch.“ Jeder Trainer hat so seine Eigenart“, sagt Winfried Röhmel, Sprecher des erzbischöflichen Ordinariats München. Eine Affäre wolle Röhmel aus den Buddhas zwar nicht machen „Vereinsheime sind eben keine Horte der Intellektualität“, sagt er weiter.

Eins sei aber klar: „Beckenbauer hätte keine Buddhas gebraucht.“ Später kommt raus: Klinsmann hat die Figuren gar nicht aufstellen lassen, vielmehr hat Bayern einen Architekten namens Jürgen Meißner freie Hand gelassen. Aber ohne „Klinsis“ Willen geschieht 2008/09 gar nichts beim FC Bayern. Nach zwei Monaten werden die Buddhas wieder abmontiert, durchaus zur Freude der Spieler. Der Brasilianer Zé Roberto etwa sagt: „Mir können die Buddha-Figuren nicht helfen. Ich habe schon meinen Glauben.“

Das Ernährungskonzept der 70-er Jahre war auch beim FC Bayern anders als heute.
Das Ernährungskonzept der 70-er Jahre war auch beim FC Bayern anders als heute. Foto: Imago Images

Noch mehr Wissen über den FC Bayern München

Die erste deutsche Meisterschaft des FC Bayern in der Bundesliga in der Saison 1968/69.
Die erste deutsche Meisterschaft des FC Bayern in der Bundesliga in der Saison 1968/69. Foto: Imago Images

Die erste Meisterschaft in der Bundesliga: Diese erringt der FCB in der Saison 1968/69. Es ist die einzige, die die Bayern im Grünwalder Stadion holen. Aber nur, weil sie 1972 das 17. und letzte Heimspiel bereits im Olympiastadion austragen dürfen.

Max Gablonsky: So heißt der erste Nationalspieler, den die Bayern stellen. Er debütiert 1910 und bringt es bis Ende 1911 auf vier Länderspiele. Kurios: sein einziges Tor für Deutschland beim 6:2 gegen die Schweiz (26. 3. 1911) wird erst 100 Jahre später offiziell anerkannt. Anlass dafür ist ein Zettel im Nachlass Gablonskys mit dem Vermerk „6. Tor von mir“. In den Chroniken steht aber bis dahin irrtümlich der Karlsruher Gottfried Fuchs, einer von nur zwei Nationalspieler jüdischen Glaubens. Ihm ein Tor zu annullieren, erscheint doppelt heikel. Aber auf Initiative der Nachfahren Gablonskys und des FC Bayern-Archivs, die auch zwei zeitgenössische Zeitungsberichte vorzeigen können, ändert der DFB 2011 seine Statistik – 42 Jahre nach Gablonskys Tod.

Tabellenletzter in der Bundesliga: In der Saison 1974/75 ist der FCB Bayern nach dem ersten Spieltag Schlusslicht der Bundesliga. Das Team verliert mit 6:0 bei Kickers Offenbach im Frankfurter Waldstadion. Bis heute ist das die höchste Niederlage eines amtierenden Meisters. Zweimal steht der FCB zu Bundesligazeiten noch auf einem Abstiegsplatz: 1966/67 (8. Spieltag) und 1977/78 (16. Spieltag).

Die erfolgreichsten Eigentorschützen (Bundesliga, DFB-Pokal und Europapokal zusammen gerechnet):  Die erfolgreichsten Eigentorschützen stammen aus den goldenen Zeiten des FC Bayern in den 70-er und 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Top-Scorer sind: Franz Beckenbauer, Hans-Georg Schwarzenbeck und Klaus Augenthaler (alle vier), Niklas Süle hat nach drei Treffern in den falschen Kasten in der Saison 2017/18 bereits Witterung aufgenommen.

Dem Kaiser auf der Spur: Als Franz Beckenbauer 1977 die Bayern Richtung New York verlassen will, können sich die Klubs nicht auf eine Ablösesumme einigen. Cosmos will die 1,5 Millionen D-Mark nicht zahlen, der „Kaiser“ muss aber weg, das Finanzamt ist ihm wegen unversteuerter Prämien und Honorare auf der Spur. Beckenbauer zahlt die Differenz zum Angebot der Amerikaner in Höhe von 350.000 DM selbst. Später einigt er sich auf amigo-bayerische Art auch mit dem Finanzamt.

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FC Bayern München. Auch das ist alles passiert

Der besondere Rekord des Robert Lewandowski.
Der besondere Rekord des Robert Lewandowski. Foto: Imago Images

Rekord Lewandowskis Traumtag gegen Wolfsburg: Am 22. September 2015 trägt sich der polnische Stürmer ins Geschichtsbuch des FC Bayern ein. Am 6. Spieltag liegt die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola in der Halbzeitpause mit 0:1 gegen den VfL Wolfsburg zurück.

Dann bringt Pep Guardiola „Lewy“ – und der dreht die Partie mit fünf Toren in neun Minuten und bricht damit vier Bundesligarekord: schnellster Dreier-, Vierer- und Fünferpack und die meisten Tore eines Jokers. Nur sechs Minuten braucht der 2014 von Borussia Dortmund an die Isar gewechselte Stürmer, um auf Touren zu kommen. In der 51. Minute erzwingt Lewandowski mit einem Schuss aus kurzer Distanz den 1:1-Ausgleich. 60 Sekunden später überwindet er VfL-Torhüter Diego Benaglio mit einem platzierten Schuss von außerhalb des Strafraums. Nach 55 Minuten ist der schnellste Hattrick der Bundesliga-Geschichte perfekt, 3:1 im Nachschuss nach einem Pfostenkracher. Gerade mal 3:22 Minuten hat er für diese Bestmarke gebraucht. Wieder nur zwei Minuten später wird es Zeit für das 4:1. Eine Flanke von Douglas Costa hämmert „Lewy“ humorlos mit dem rechten Fuß unter die Querlatte. Der Schlusspunkt dann nach 60 Minuten: Lewandowski jagt den Ball mit einem sehenswerten Seitfallzieher und 8:59 Minuten nach seiner Einwechslung für Thiago Alcantara zum 5:1-Endstand ins Netz. Lewandowski wird an diesem Septemberabend zum 13. Spieler der Bundesliga-Geschichte, dem fünf Tore in einem Spiel gelingen.

Lewandowskis Sternstunde beim Roten Stern: Am 24. November 2019 bleibt Lewandowski nur knapp hinter seinem Bundesligarekord zurück. Aber vier Tore binnen 15 Minuten reichen für den Rekord in der Champions League. Zwischen der 53. und 67. Minute schraubt er Bayerns Führung bei Roter Stern Belgrad von 0:1 auf 0:5. Den Anfang macht ein Elfmeter, dann folgen zwei Rechtsschüsse und ein Kopfball. Damit löst er den Brasilianer Luiz Adriano ab, der im Einsatz für Schachtjor Donezk am 21. Oktober 2014 gegen Bate Baryssau 17 Minuten für vier Tore gebraucht hat. Natürlich darf „Lewy“ den Ball, der bei Abpfiff im Spiel ist, mit nach Hause nehmen. Übrigens avanciert er mit seinem Viererpack auch zu Bayerns Rekordtorjäger in der Champions League (46 Treffer) und distanziert Mitspieler Thomas Müller (44).

Das Phantom-Tor von Thomas Helmer: Es ist der 23. April 1994. Im bayerisch-fränkischen Duell FC Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg läuft die 25. Minute. Es gibt eine Ecke für die Münchner, die von Marcel Witeczek von der rechten Seite nach innen geschlagen wird. Oliver Kreuzer verlängert den Ball gefährlich in die Mitte, wo FCN-Torhüter Andreas Köpke lauert. Dort steht auch Kreuzers Münchner Mitspieler Thomas Helmer. Der Ball prallt Helmer zwischen die Füße und mit der Hacke „löffelt“ der Nationalspieler die Kugel am Pfosten vorbei. ,,Ich muss ziemlich dusselig ausgesehen haben, wie ich dann irgendwie mit der Hacke rangehe“, sagt Thomas Helmer 2003 in einem BILD-Band (40 Jahre Bundesliga), „der Ball ist weg und ich sehe, wie der Andy Köpke mich so komisch angrinst. Da kommen auch schon meine Teamkollegen angestürmt und fallen mir um den Hals. 1:0, Schiri Osmers hat auf Tor erkannt. Sein von ihm befragter Assistent Jablonski zeigte an: Tor!“ In diesem Moment ist klar: Thomas Helmer hat eines der berühmtesten „Nicht-Tore“ der Bundesliga-Geschichte erzielt. „In der Kabine sah ich in der Halbzeit die TV-Einspielung“, berichtet Helmer, „das Ding war nicht drin, sondern haarscharf am Pfosten vorbei am Außennetz gelandet.“ War es zwar auch nicht, der Ball rollt ohne Netzkontakt am Tor vorbei. Aber Jablonski unterliegt einer optischen Täuschung. Auch Karl-Heinz Rummenigge sieht auf der Tribüne beim Betrachten der Slow-Mo klar: „Wir werden den Ball nicht ins Tor kriegen.“ Die Münchner gewinnen dank des „Phantom-Tors“ diese Partie, Nürnberg legt Protest ein – und schießt sich damit selbst ins Knie. Das Spiel wird als erstes in der Bundesligageschichte annulliert und am 3. Mai 1994 wiederholt.

Die Bayern überrollen die Nürnberger, die in der Erstauflage durch Manfred Schwabl noch einen Elfmeter verschossen hatten, mit 5:0. Mehmet Scholl (2), Bruno Labbadia (2) und Dietmar Hamann schießen den FC Bayern ganz nahe an den Titel, der dann gegen den FC Schalke 04 (2:0) mit einem Punkt und dem besseren Torverhältnis vor Lautern am letzten Spieltag am 7. Mai 1994 perfekt gemacht wird. Nürnberg steigt ab. Hätte Schwabl seinen Elfmeter im ersten Spiel verwandelt, hätten die Franken auf einen Protest verzichtet… und das „Phantom-Tor“ hätte gezählt!

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