Fußball-Positionen erklärt: Vom Torwart bis zur falschen Neun

Gut zu Wissen

Fußball-Positionen erklärt: Vom Torwart bis zur falschen Neun

Alle Positionen im Fußball mit Abkürzungen: Was Sechser, Achter, Zehner und falsche Neun bedeuten, woher die Namen kommen und was ein Libero war.

  • von

    Julien

Eine Fußballmannschaft besteht aus elf Spielern: einem Torwart und zehn Feldspielern. Die Feldspieler verteilen sich auf Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Wichtig zu wissen: Die Regeln schreiben nur eine einzige Position vor, nämlich den Torwart. Alles andere, vom Innenverteidiger bis zur falschen Neun, legt der Trainer mit seiner Taktik fest.

Stand: Oktober 2026

Hier sind alle gängigen Positionen, ihre Abkürzungen und was hinter Begriffen wie Sechser, Zehner oder Libero steckt.

Alle Positionen im Überblick

PositionAbkürzungSpitznameMannschaftsteil
TorwartTW„die Eins“Tor
InnenverteidigerIV–Abwehr
Rechts- und LinksverteidigerRV, LVAußenverteidigerAbwehr
Defensives MittelfeldDM„Sechser“Mittelfeld
Zentrales MittelfeldZM„Achter“Mittelfeld
Offensives MittelfeldOM„Zehner“Mittelfeld
Außenstürmer / FlügelspielerLA, RAFlügelAngriff
MittelstürmerST„Neuner“Angriff
Hängende SpitzeHS„falsche Neun“Angriff

Was sagen die Regeln?

Laut den Fußballregeln besteht jede Mannschaft aus höchstens elf Spielern, einer davon muss der Torwart sein. Sinkt die Zahl unter sieben, darf ein Spiel nicht beginnen oder fortgesetzt werden. Nur der Torwart darf den Ball in seinem Strafraum mit der Hand spielen. Jeder Feldspieler darf mit ihm die Rolle tauschen, wenn der Schiedsrichter vorher informiert wird und das Spiel unterbrochen ist.

Wo die übrigen zehn stehen, regelt kein Paragraf. Deshalb gibt es so viele Bezeichnungen, und deshalb verändern sich Positionen mit der Zeit. Wie groß der Raum ist, den sich die 22 Spieler teilen, steht in unserem Artikel Wie groß ist ein Fußballfeld?

Torwart: der einzige Spezialist

Der Torwart soll Gegentore verhindern. Im modernen Fußball ist er aber auch der erste Aufbauspieler: Er spielt Pässe, löst Druck auf und verteidigt den Raum hinter der Abwehr. Als Pionier dieses mitspielenden Torwarts gilt Manuel Neuer. Wer die besten Vertreter dieser Position sind, zeigt unser Ranking der besten Torhüter aller Zeiten.

Abwehr: Innen- und Außenverteidiger

  • Innenverteidiger (IV): Die zentralen Spieler der Abwehr. In einer Viererkette spielen zwei, in einer Dreier- oder Fünferkette drei. Sie verteidigen vor dem eigenen Tor, gewinnen Kopfballduelle und leiten das Spiel ein. Ein moderner Vertreter dieses Typs ist Virgil van Dijk.
  • Außenverteidiger (RV, LV): Sie verteidigen über die Seiten und sollen gleichzeitig nach vorne mitspielen. Philipp Lahm war einer der wenigen, die auf beiden Seiten auf Weltklasseniveau spielten. Alphonso Davies steht für den schnellen, offensiven Linksverteidiger.
  • Schienenspieler (Wingback): In Systemen mit Dreierkette übernehmen die äußeren Mittelfeldspieler die gesamte Seite, von der eigenen Grundlinie bis zur gegnerischen.

Und was ist ein Libero?

Der Libero, italienisch für „der Freie“, stand als freier Mann hinter der Abwehrreihe und räumte ab, was durchrutschte. In Deutschland prägte Franz Beckenbauer die Rolle: Statt nur abzusichern, schaltete er sich aus der Tiefe ins Spiel ein. Mit der Viererkette und der Raumdeckung ist der klassische Libero weitgehend verschwunden. Einen Teil seiner Aufgaben übernimmt heute der mitspielende Torwart.

Mittelfeld: Sechser, Achter, Zehner

Joshua Kimmich mit der Rückennummer 6 am Ball für Deutschland
Ein Sechser mit der Sechs: Joshua Kimmich im Nations-League-Spiel gegen Griechenland im September 2026. Foto: IMAGO / osnapix
  • Sechser (DM): Das Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld. Der Sechser sichert ab, fängt Bälle ab und verteilt das Spiel. Laut bundesliga.com legt er meist die meisten Kilometer pro Spiel zurück. Joshua Kimmich und Rodri stehen für diesen Typ.
  • Achter (ZM): Etwas offensiver als der Sechser, pendelt zwischen den Strafräumen und taucht auch selbst vor dem Tor auf.
  • Zehner (OM): Der Spielgestalter hinter den Spitzen. Er soll Lücken finden und die Stürmer in Szene setzen. Klassische Zehner waren Andreas Möller oder Thomas Häßler. Heute ist die Position weniger fest verankert. Kreative Spieler wie Florian Wirtz oder Jamal Musiala übernehmen die Rolle oft aus dem Halbraum heraus.

Warum heißen sie Sechser und Zehner?

Die Namen stammen aus der Zeit, als die Rückennummern noch an die Position gebunden waren. In der Bundesliga liefen die Startspieler bis zur Saison 1994/95 mit den Nummern 1 bis 11 auf, feste Nummern pro Spieler gab es nicht. So wurde aus der Nummer die Position: die Sechs für den defensiven Mittelfeldspieler, die Zehn für den Spielmacher, die Neun für den Mittelstürmer. Welche Trikotnummern heute besonders begehrt sind, steht in unserem Artikel über die besten Trikotnummern.

Angriff: Neuner, Flügel und falsche Neun

Erling Haaland köpft für Norwegen aufs Tor
Der klassische Neuner: Erling Haaland im Oktober 2026 im Nations-League-Spiel in Wales. Foto: IMAGO / Action Plus
  • Mittelstürmer (ST): Die vorderste Spitze. Seine Hauptaufgabe: Tore. Robert Lewandowski und Erling Haaland sind Paradebeispiele für den klassischen Neuner.
  • Außenstürmer (LA, RA): Sie spielen über die Flügel, oft in Systemen mit drei Angreifern. Viele ziehen von außen nach innen, um selbst abzuschließen. Arjen Robben und Franck Ribéry machten das beim FC Bayern zum Markenzeichen.
  • Falsche Neun (HS): Ein Stürmer, der sich aus der Spitze ins Mittelfeld fallen lässt und so Verteidiger aus ihrer Position zieht. Mario Götze spielte bei der WM 2014 in dieser Rolle und schoss im Finale das Siegtor.

Wie Positionen und Spielsysteme zusammenhängen

Die Positionen ergeben sich aus dem Spielsystem. Die Zahlen beschreiben die Reihen von hinten nach vorne, der Torwart wird nicht mitgezählt:

SystemAufteilung
4-4-2Viererkette, vier Mittelfeldspieler, zwei Stürmer
4-2-3-1Viererkette, zwei Sechser, drei offensive Mittelfeldspieler, ein Stürmer
4-3-3Viererkette, drei Mittelfeldspieler, drei Angreifer
3-5-2Dreierkette, fünf Mittelfeldspieler (davon zwei Schienenspieler), zwei Stürmer

Das 4-2-3-1 prägte vor allem die 2000er und frühen 2010er Jahre, das 4-3-3 gehört seitdem zu den beliebtesten Systemen. Systeme mit Dreierkette erlebten Ende der 2010er Jahre eine Renaissance. Im Spiel verschieben sich die Positionen ohnehin ständig: Ein Außenverteidiger rückt ins Mittelfeld ein, ein Sechser lässt sich zwischen die Innenverteidiger fallen.

FAQ: Häufige Fragen zu den Positionen im Fußball

Wie viele Positionen gibt es im Fußball?

Fest vorgeschrieben ist nur der Torwart. In der Praxis unterscheidet man rund ein Dutzend Positionen, verteilt auf Abwehr, Mittelfeld und Angriff.

Was ist ein Sechser im Fußball?

Der defensive Mittelfeldspieler vor der Abwehr. Er sichert ab und verteilt die Bälle. Der Name stammt von der früheren Rückennummer 6.

Was ist der Unterschied zwischen Zehner und Neuner?

Der Zehner ist der Spielmacher im offensiven Mittelfeld, der Neuner der Mittelstürmer ganz vorne. Der Zehner bereitet Tore vor, der Neuner soll sie schießen.

Was ist eine falsche Neun?

Ein Stürmer, der nicht vorne bleibt, sondern sich ins Mittelfeld zurückfallen lässt, um Räume für Mitspieler zu öffnen.

Gibt es den Libero noch?

Kaum. Mit Viererkette und Raumdeckung ist der klassische Libero verschwunden. Ein Teil seiner Aufgaben liegt heute beim mitspielenden Torwart.