Bundesliga-Geschichte – Als Grafite die Bayern austrickste …


Einer muss 1964 ja der Erste sein. Schon vier Spiele vor Schluss der Premierensaison 1963/64 steht der 1. FC Saarbrücken nach einem 1:2 bei Preußen Münster als erster Absteiger der Bundesligageschichte fest. Dafür ernten sie nur noch Mitleid, während die Branche für Werder Bremen noch Spott übrig hat. Das 0:7 bei Eintracht Frankfurt ist die eigentliche Blamage des 26. Spieltags – und das trotz 10:6 Ecken für Werder. Muss man erst mal bringen! Der Siebener-Pack der Hessen ist übrigens ein Fall für Zwei: Wilhelm Huberts (4x) und Erwin Stein (3x) lassen keinen anderen ran.

In Köln stolpert Trainer Gyula Lorant am 04. April 1972 über sein loses Mundwerk und die guten Ohren von Münchner Ordnern. Drei Tage nach der 0:3-Niederlage im DFB-Pokal bei den Bayern trennt sich der 1. FC von seinem ungarischen Trainer, weil der seinen sich auf der Tribüne einmischenden Präsidenten Oscar Maaß zur Ordnung rief und dabei eine unsachliche Personenbeschreibung vornahm: „Halt’s Maul. Du fette, alte Sau“ soll er gesagt haben. Lorant dementiert, doch der Verein glaubt seinem Präsidenten und zwei Ordnern des FC Bayern, die die Verbalinjurien bestätigen. Lorant nimmt sich einen Anwalt und erstreitet eine Abfindung über 25.000 DM.

Grafite, Wolfsburg, FC Bayern
Grafite deklassiert den FC Bayern per Hackentrick! Das Kunststück wird zum „Tor des Jahres 2009“ gewählt. Copyright: Imago images

04. April 1998: Hasan Salihamidzic wird von Löwen-Fans ausgebuht ...

Hasan Salihamidzic 1998
Hasan Salihamidzic trifft 1998 mit dem HSV auf 1860 München. Die finden seinen Wechsel zum Stadtrivale FC Bayern gar nicht gut und buhen ihn 90 Minuten lang aus. Copyright: Imago images

Die Bundesliga geht 1979 in eine englische Woche und demonstriert dabei englische Härte. Erstmals seit 28 Monaten gibt es wieder drei Platzverweise. Es erwischt Weltmeister Bernd Hölzenbein (Frankfurt), Nationalspieler Gerd Zewe (Düsseldorf) und Haudegen Hans-Günter Neues (Kaiserslautern), dessen Platzverweis besonders schwer wiegt. Denn Tabellenführer FCK muss das Spitzenspiel vor 61.500 Zuschauern beim HSV ab Minute 19 in Unterzahl bestreiten und unterliegt prompt mit 0:3. Die Spitze rückt noch enger zusammen, der Kicker missachtet am Donnerstag danach die gebotene Neutralität: „Tausend Dank, HSV! 3:0 macht alles offen“

Borussia Dortmund blamiert die Bundesliga 1983 und verliert ihr DFB-Pokalhalbfinale bei Zweitligist Fortuna Köln mit 0:5. Das ist die Rekordpleite eines Bundesligisten gegen einen unterklassigen Verein im Pokal und hat Folgen. Trainer Kalli Feldkamp sitzt im Kölner Südstadion an Ostermontag 1983 letztmals auf der BVB-Bank, am nächsten Tag gibt’s die Papiere. Stürmer Rüdiger Abramczik kämpft noch: „Am Trainer allein hat’s nicht gelegen“, aber Präsident Vogt folgt dem „öffentlichen Druck“. Immerhin ehrlich sind sie im Revier.

Wer zu den Bayern wechselt, wird am 04. April 1998 nicht nur von den eigenen Fans ausgepfiffen. Diese Erfahrung macht Hasan Salihamidzic 1998, als er mit dem HSV bei 1860 München antritt. Löwen-Fans mögen keine Bayern-Spieler, auch keine zukünftigen. „Brazzo“ hält sich lange wacker, bis er in letzter Minute mit Gelb-Rot vom Platz fliegt. Kommentar des Bosniers: „Die Pfiffe der 60er-Fans sind mir wurscht und der Platzverweis war völlig unberechtigt. Das war ein bisschen blind vom Schiedsrichter.“

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04. April 2009: Grafite blamiert die Bayern per Hackentrick

Peter Knäbel HSV
Peter Knäbel wurde als kostengünstige Lösung vom Sportdirektor auf den Trainerposten befördert. Wenig erfolgreich! Sein Debüt verlieren die Hanseaten mit 0:4 gegen Leverkusen. Copyright: Imago images

Zwei Siege in elf Spielen, das ist auch 2006 für einen Weltmeister zu wenig. Der MSV Duisburg trennt sich im Abstiegskampf von Jürgen Kohler, er war schon der zweite Trainer der Saison. Nachfolger wird Heiko Scholz. Den anno 2006 erst 41jährigen Kohler sieht man dagegen im Profifußball nicht mehr auf der Bank.

Wachablösung im deutschen Fußball per Hackentrick am 04. April 2009! Mit der Leichtigkeit des Brasilianers umdribbelt Wolfsburgs Grafite die gesamte Bayern-Abwehr und krönt seine Aufführung mit einem Hackentreffer, der zum Tor des Jahres 2009 gewählt werden wird. Um die desolaten Bayern zu besiegen, war er nicht nötig, wohl aber um ihre Unterlegenheit zu demonstrieren. Das Duell der Magath-Elf gegen die „Klinsmänner“ endet 5:1, der VfL klettert auf Platz eins. Mit der Einwechslung von Ersatztorwart Andre Lenz ist Bayerns Demütigung perfekt.

Rohe Ostern im Volkspark 2010. Beim Abgang vom Platz wird HSV-Spieler Paulo Guerrero von einem enttäuschten Fan nach dem 0:0 gegen Hannover 96 übel beschimpft. Das kommt vor, gewöhnlich stellen sich Profis taub. Guerrero nicht, er schleudert dem Pöbler eine Getränkeflasche an den Kopf. Der Empörung folgen eine saftige Geldstrafe vom HSV (100.000 Euro)  und eine Fünf-Spiele-Sperre vom DFB. Nur keine Selbstzweifel. Guerrero: „Das war ein einmaliger Blackout. Als Charakter muss ich mich nicht ändern.“

Noch eine HSV-Geschichte, diesmal von 2005, auf die die Darsteller nicht stolz sind. In Leverkusen geht die Mannschaft mit 0:4 unter und schon wachsen Zweifel an der kostengünstigen Lösung, einfach den Sportdirektor als Trainer zu nehmen. Das Debüt des Zinnbauer-Nachfolgers Peter Knäbel geht jedenfalls in die Hose.

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