Ailton bei Werder Bremen – Zu viel Gewicht, zu spendabel, aber der Kugelblitz war Kult!



Torschützenkönig der Bundesliga mit Übergewicht? Das geht!

Ailton war 2004 als Deutscher Meister – im Bild nach dem 3:1-Meisterstück in München, DFB-Pokalsieger, Bundesliga-Torschützenkönig und „Fußballer des Jahres“ und war mit Werder Bremen extrem erfolgreich.
Ailton war 2004 als Deutscher Meister – im Bild nach dem 3:1-Meisterstück in München, DFB-Pokalsieger, Bundesliga-Torschützenkönig und „Fußballer des Jahres“ und war mit Werder Bremen extrem erfolgreich. Foto: Imago Images / Contrast

Ailton Goncalves da Silva, oder einfach Ailton, ist mit Sicherheit der ungewöhnlichste Torschützenkönig der Bundesliga. Aus seinem Gewicht machte er nie einen Hehl. Stattdessen spielte er vor allem bei Werder Bremen mit den Boulevardmedien den Doppelpass. Sie nannten ihn den ,,Kugelblitz”. 

Der hochtalentierte, technisch versierte und extrem abschlusssichere brasilianische Spieler hat überall, wo er gespielt hat, auch getroffen – und er ist (fast) überall Kult.

Nur auf Schalke erweist sich das Engagement von Ailton als totaler Flop. Das Ulkige an Ailton: Auch wenn er mal körperlich absolut fit ist, sieht er immer noch irgendwie „dicklich” aus, der Frauenschwarm und Familienmensch bleibt der ewige Thekenfußballer der Bundesliga. Das Gewicht des Ailton ist auch ein Markenzeichen. Neben seinem putzigen Deutsch (,,Ein Chance, zwei Tor, das Ailton”).

Sein Gewicht schwankt während seiner Karriere stark und gerade zum Schluss pendelt es sich oberhalb dessen ein, was für einen Stürmer im Profibereich gut gewesen wäre. Mit Werder Bremen wird der trotz (oder gerade wegen?) seines Gewichts extrem antrittsschnelle Mittelstürmer 2004 Deutscher Meister, Pokalsieger und Torschützenkönig der Bundesliga. Die Krönung: 2004 wird er zudem als erster Ausländer zum „Fußballer des Jahres“ in Deutschland gewählt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere trifft Ailton die falsche Entscheidung. Der gemütliche Brasilianer wechselt zum FC Schalke 04, wo Hektik zum Programm gehört. Die Abschiedstränen des dicken Helden nach dem Bremer Meisterstück im Münchner Olympiastadion 2004 rühren selbst neutrale Beobachter. Da geht einer von seinem Herzensklub weg! Er wird es bereuen, Ailton wird nie wieder für Werder Bremen spielen.

Lange hält es „Toni“ nicht auf Schalke. Der Tiefpunkt: Als ihn Coach Ralf Rangnick, von Schalke-Macher Rudi Assauer (1944 – 2019) gern auch „Rolf“ Rangnick genannt, im Spiel gegen Bayer Leverkusen zum Aufwärmen schickt, legt sich Ailton demonstrativ an der Seitenlinie hin, als sei er am Strand in Brasilien. BILD, immer mit Argusaugen auf den FC Schalke blickend, verpasst ihm den Spitznamen „Freibad-Toni“. Menschenfischer Assauer macht sich große Sorgen: „Man muss die Konsequenzen daraus ziehen und sich fragen, was macht man mit Toni? Macht man weiter mit ihm, hat man Geduld mit ihm, schafft er es noch einmal oder schmiert er auf Deutsch gesagt ab?“

Er schmiert nicht ab, aber er macht auch nicht weiter auf Schalke. Ob das mit seinem Gewicht zu tun hat oder mit der Meinung von ,,Rolf” Rangnick über seine Spiel- und Lebensweise, wissen wir nicht. Nach nur einer Saison schließt sich Ailton Besiktas Istanbul an. Schalke kassiert für den ablösefrei aus Bremen geholten Stürmerstar immerhin 3,5 Mio. Euro.

Ailton, „der Kugelblitz“, erzielt in seiner Karriere in 2019 Spielen insgesamt 106 Bundesliga-Tore. Nur 4 ausländische Spieler erzielen (Stand: 1: Juli 2020) mehr Treffer in der deutschen Eliteliga als Ailton, der für 4 Vereine aufgelaufen ist. Neben Bremen, Schalke und dem HSV ist das auch der MSV Duisburg, den er 2008 allerdings auch nicht in der Bundesliga halten kann. Ganz nebenbei: Das quergestreifte ,,Zebra”-Trikot ist für Profis mit dem Gewicht eines Ailton nicht wirklich gut. Querstreifen machen dick! Danach kommt der „Freibad-Toni“ gut rum: Neben der Türkei spielt er in Mexiko, der Schweiz, Serbien, der Ukraine, Österreich und China und am Ende beim Südwest-Verbandsligisten Hassia Bingen. Aber nur bei den Heimspielen. Auswärts-Auftritte sieht der Kontrakt nicht vor. Schade! In Rieschweiler, dem Heimatort von Weltmeister Erik Durm, hätten sie sicher gern für Ailton gegrillt…

Bundesliga - Abschlusstabelle 2003/2004

Nach seiner Zeit bei Werder lief es für Ailton aber fußballerisch nicht mehr so richtig rund. Bei Hassia Bingen kickte er 2012 in der Verbandsliga Südwest immerhin wieder gegen Kaiserslautern – allerdings nur gegen die TSG…
Nach seiner Zeit bei Werder lief es für Ailton aber fußballerisch nicht mehr so richtig rund. Bei Hassia Bingen kickte er 2012 in der Verbandsliga Südwest immerhin wieder gegen Kaiserslautern – allerdings nur gegen die TSG… Foto: Imago Images / Martin Hoffmann

Die Systematik der Videostory auf Ligalivenet

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Die 25 dicksten, aber besten Fußballer aller Zeiten”.

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