Bundesliga-Geschichte – Als Dortmund 9:1 unterging


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 18. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Die Bundesliga bekommt am 18. April 1964 ihren ersten Meister. Wenig überraschend fährt der 1. FC Köln die Ernte einer grandiosen Saison mit nur zwei Niederlagen schon zwei Spiele vor Schluss mit einem 5:2 gegen den nun abgelösten Meister Borussia Dortmund ein. Erster Meistertrainer wird Georg Knöpfle, der findet: „Mit einer solchen Mannschaft kann man schon Bäume ausreißen.“

Hertha BSC feiert 1970 ihren höchsten Bundesligasieg aller Zeiten und fegt Borussia Dortmund mit 9:1 vom Platz. Schon nach drei Minuten steht es 3:0. Der BVB muss auf sieben Stammspieler verzichten, aber Trainer Hermann Lindemann sucht keine Ausreden: „Das Versagen unserer Abwehr ist nicht zu entschuldigen.“

Hermann Lindemann, BVB
Den bringt nichts aus der Ruhe: Dortmund-Trainer Hermann Lindemann ist nach der 9:1 Pleite gegen Hertha BSC 1970 unaufgeregt einsichtig. (BVB)Copyright: imago images / Ferdi Hartung

18. April 1998: Hertha rettet ihren Trainer

Röber, Hertha
Volkes Stimme im Fanblock zur Kritik an Trainer Jürgen Röber auf einem Transparent! Auch die Mannschaft steht geschlossen hinter ihrem Coach. Copyright: imago images / Höhne

Er war der erste Bundesligatrainer, der das Double geschafft hat. Aber das war bei den Bayern. Mit dem VfB Stuttgart ist er von derartigen Erfolgen am 18. April 1972 meilenweit entfernt, auch in der zweiten Saison ist man nur Mittelmaß und nie wollen weniger Zuschauer ein Heimspiel sehen als drei Tage zuvor gegen Duisburg (2500). Branko Zebec resigniert und bittet den Vorstand schriftlich um seine Beurlaubung, es sei „die beste Lösung“. Zum Saisonende wäre eh Schluss gewesen, der VfB schlägt ein.

Ein Manager stößt 1998 an seine Grenzen und eine Mannschaft rettet ihren Trainer. Robert Schwan fürchtet um den Klassenerhalt von Aufsteiger Hertha BSC und fordert nach der Niederlage bei 1860 München den Rauswurf von Trainer Jürgen Röber, ansonsten werde er zurücktreten. Die Mannschaft meutert, Kapitän Kjetil Rekdal verliest eine Erklärung: „Mit großem Unverständnis hat die Mannschaft vernommen, dass Robert Schwan den Trainer entlassen will. Von solch einem Vorgehen, sofern es der Wahrheit entspricht, distanziert sich die Mannschaft. Sie will die erfolgreiche Arbeit mit Jürgen Röber fortsetzen.“ Der Vorstand ja auch, beim Stanglwirt in Kitzbühl wird alles rückgängig gemacht. Röber bleibt, Schwan auch. Nach dem Sturm im Wasserglas ist Hertha 1998 mal wieder eine lächerliche alte Dame.

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18. April 2005: Dick Advocaat tritt bei Gladbach zurück

Advocaat, Gladbach
Dick Advocaat hat sich in Gladbach wenig Freunde gemacht! Platz 15 bedeutet für ihn den (selbst vorgeschlagenen) Abschied. Copyright: imago images / Alfred Harder

Diesen Trainer rettet 2005 keine Mannschaft freiwillig. Nach acht Monaten endet das Gastspiel des Holländers Dick Advocaat bei Borussia Mönchengladbach. Er hat sich wenig Freunde gemacht, nur vier von 18 Spielen gewonnen und den Ex-Meister im Frühjahr 2005 auf Platz 15 manövriert. Kurz nach dem 1:1 gegen Mainz, wo ein Verrückter aus Heidelberg im Internet ein Feuerwerksattentat auf ihn angekündigt hat, bietet er seinen Rücktritt an. Angenommen! „Seine Fähigkeit als Taktiker hinkten seinen Schwächen in der Menschenführung des Kaders hinterher.“, schreibt der Kicker zum Abschied. Nun soll es Klubidol Horst Köppel richten.

Das passt so gar nicht zum lustvollen Fußballstandort Köln. Aufsteiger 1. FC spielt bei Hertha BSC 2014/15 schon zum achten Mal 0:0 und stellt einen Bundesligarekord auf. Unter Trainer Peter Stöger spielen sie immer dröger, aber der Österreicher kann es charmanter als alle Vorgänger erklären. Es wird sogar noch ein neuntes 0:0 hinzukommen bis Saisonende. Lohn: der Klassenerhalt.

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