Bundesliga-Geschichte – Als Gladbach 12:0 gegen Dortmund gewann


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 29. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Die beiden Titelkandidaten straucheln auf eigenem Platz, weshalb die Bundesliga 1966/67 plötzlich einen Dreikampf hat. Eintracht Braunschweig unterliegt im Derby Hannover 96 unglücklich mit 0:1 (Tor: Hans Siemensmeyer) und Eintracht Frankfurt kommt gegen den 1. FC Nürnberg mit 1:4 unter die Räder – trotz 20:1 Ecken. Diverse Fehlentscheidungen (u. a. ein Handspiel von Georg Volkert vor dem 0:4) des Schiedsrichters Fritz Seiler aus Schmiden erbosen die Eintracht-Anhänger dermaßen, dass die Polizei vor der Kurve der Heißsporne aufmarschiert.

Der DFB fällt am 29. April 1971 sein Urteil im Pfostenbruch-Skandal vom Bökelberg. Das Sportgericht wertet die abgebrochene Partie gegen Werder Bremen mit 0:2. Ausschlaggebend sei die „Passivität“ der Gastgeber gewesen bezüglich der Fortsetzung des Spiels (es stand 1:1). Das Urteil kostet Borussia die Tabellenführung 1970/71 und den DFB einige Sympathien.

Im Fernduell um die deutsche Meisterschaft 1978 geht es turbulent zu. Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach tut sein Bestes, den Zehn-Tore-Rückstand auf den punktgleichen 1. FC Köln aufzuholen. Da Borussia Dortmund auf die in Düsseldorf ausgetragene Partie keine allzu große Lust mehr zu haben scheint, kommt das höchste Bundesligaergebnis aller Zeiten zu Stande. Doch selbst ein 12:0 (!) ist letztlich zu wenig, da die über Transistorradio stets informierte Kölner Bank die FC-Spieler bei Absteiger FC St. Pauli zu einem 5:0-Sieg treibt. Damit holt Köln erstmals das Double aus Meisterschaft und Pokal, für Trainer Hennes Weisweiler ist es schon die vierte Schale. Gladbach nimmt es gelassen hin, sonst hätten sie immer mit dem Vorwurf der Schiebung leben müssen. Der DFB kündigt Ermittlungen gegen die lustlosen Dortmunder an. Gladbachs Jupp Heynckes tritt als fünffacher Torschütze von der Bundesligabühne ab.

Gladbach, Dortmund, 1978
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29. April 1998: Helds Handspiel bringt Köln den Abstieg

Held, Schalke
Schalker Oliver Held beschert dem 1. FC Köln 1998 den Abstieg durch ein unfaires Handspiel das er am Ende auch noch abstreitet. Copyright: imago images / Uwe Kraft

In der Saison 1992/93 wechselt der in Abstiegsgefahr trudelnde 1. FC Köln zum zweiten Mal den Trainer. Für Wolfgang Jerat springt der ehemalige FC-Libero Morten Olsen ein. Der Däne versichert: „Ich wäre zu keinem anderen Verein gegangen.“ Warum holten sie nicht den Retter schlechthin? Weil Jörg Berger Trainer Nummer eins in jener Saison war.

Selten trägt ein Protagonist 1994 einen passenderen Namen als in jener Saison der Trainer von Dynamo Dresden. Nach dem 33. Spieltag hat Vize-Weltmeister Siggi Held seine Mannschaft zum Klassenerhalt geführt, nach dem 1:0 gegen Werder Bremen durch Olaf Marschalls gibt es auch rechnerisch keine Zweifel mehr. Das Besondere daran: Dynamo muss wegen falscher Lizenzierungsangaben mit der Hypothek von vier Minuspunkten in die Saison 1993/94. Eine wahre Heldentat.

Nur selten trägt ein Protagonist einen unpassenderen Namen als am 29. April 1998 im Gelsenkirchener Parkstadion. Im Nachholspiel gegen Köln schlägt der Schalker Oliver Held einen Ball mit der Hand aus dem Tor. Der Schiedsrichter Uwe Kemmling (Burgwedel) sieht es nicht, wird aufgrund Kölner Protesten aber aktiv und stellt Held zur Rede. Der streitet alles ab. Wahrlich keine Heldentat. Köln verliert 0:1, wird am Saisonende absteigen. Das trifft sicherer ein als der Fluch des Österreichers in Kölner Diensten. Toni Polster sagt: „Der Held soll in seinem Leben kein Glück mehr haben.“

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29. April 2000: Herrlich beendet Niederlagenserie des BVB

Herrlich, BVB
Gegen den VfB Stuttgart trifft Borussia Dortmunds Heiko Herrlich, hier gegen Thomas Schneider , zum ersehnten 2:1. Copyright: Imago images

Ein Tor von Heiko Herrlich in letzter Minute beendet am 29. April 2000 die schwärzeste Serie von Borussia Dortmund. Es bringt das 2:1 in Stuttgart, den ersten Sieg nach 14 Spielen und den Klassenerhalt. Und die Gewissheit, dass Retter Udo Lattek auch Abstiegskampf kann. Seine Mission ist erfüllt, für sein Kurz-Comeback beim BVB (vier Spiele) streicht er 2000 eine Million DM ein.

Schatten über der Wolfsburger Vorfreude auf die Meisterschaft 2009. Noch ist sie nicht eingefahren, da sucht Trainer und Manager Felix Magath schon das Weite. Indiskretionen sickern durch, er geht wohl zu Schalke 04. Magath mauert noch und spricht von „Zündeleien“.

Bayern München schafft 2017 seine nächste April-Meisterschaft. Drei Spiele vor Schluss und wieder mal auswärts. Beim VfL Wolfsburg fährt das Team von Carlo Ancelotti einen souveränen 6:0-Sieg ein und feiert den fünften Titel in Folge mit einer Plastikschale vor dem Gästeblock. Interessiert’s noch wen? Historisch wird der Abend auch für den VfL, dem Joshua Kimmich sein 1000. Gegentor in der Bundesliga einschenkt. Auch diese Feier soll nicht sehr exzessiv ausgefallen sein…

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