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Helmut Rahn (1929 – 2003) – ,,Dat 3. Tor” verfolgte den ,,Boss” bis ins Grab

Helmut Rahn: Das Tor, das Deutschland zum Weltmeister 1954 machte, verfolgte den dicken Fußballstar bis ins Grab.

Anfang der 1960er-ist es still geworden um Helmut Rahn. Das „Wunder von Bern“, das der Essener Stürmer mit seinem legendären Tor zum 3:2 im Finale gegen Ungarn am 4. Juli 1954 überhaupt erst möglich gemacht hat, ist Schnee von gestern. Dieser Treffer wird Helmut Rahn bis ins Grab verfolgen. Ob er will oder nicht. 

Der Fluch der guten Tat! Der „Boss“, wie sie Rahn in Essen und auch in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nennen, hat das „dritte Tor“ zig-fach erzählt. Am Billardtisch, in zahllosen Bierkneipen. Dazu natürlich immer ein Pils. Oder auch 10.

1958 hat er noch einmal einen Peak in seiner Karriere erlebt. WM-Vierter mit Deutschland als Titelverteidiger und Platz 2 in der Wahl zum „Fußballer Europas“ im gleichen Jahr. 1959 zieht es Rahn zum damals besten deutschen Fußballverein. Er wechselt zum 1. FC Köln.

Bei der rheinischen Ausgabe des „weißen Balletts“, analog zu Real Madrid in diesen Jahren, hält es den Außenstürmer aus dem Ruhrpott nur eine Saison. Dann wechselt er in die nahen Niederlande, zum SC Enschede. Dass der „Boss“ nicht mehr in Topform ist, zeigen die wenigen Fotos aus dieser Zeit. Unter dem weißen Trikot der Niederländer wölbt sich ein Wohlstandsbauch, irgendwie passend zum Wirtschaftswunder. Frei nach Wolfgang Neuss: Der deutsche Bauch erholt sich auch und ist jetzt sehr viel runder.

Rahns Gewichtszunahme könnte aber auch durch den allzu häufigen Biergenuss zustande gekommen sein. Dieser Verdacht erhärtet sich, als er 1961 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen und zu einer Bewährungsstrafe von 4 Wochen verurteilt wird. 1957 ist Rahn schon mal aktenkundig geworden, als er seinen Wagen betrunken in eine Baugrube gesetzt und die anrückenden Polizeibeamten anschließend mit Tritten und Schlägen traktiert hat.

Wer fasst diesen gefallenen WM-Helden jetzt noch mit der Kneifzange an? Nur ein Trainer, der verrückt genug ist, 1961 als Fußball-Pionier nach Tunesien zu gehen und dem in seiner wilden Karriere keine Station exotisch genug zu sein scheint: Rudi Gutendorf († 2019).

„Riegel-Rudi“, der Defensiv-Taktiker aus Koblenz, holt Rahn 1963 zur Bundesliga-Gründung zurück nach Deutschland. Entgegen dem Rat aller Experten.

„Nein, der passt nicht zu uns, der säuft“, lehnen die MSV-Bosse ab. „Egal, ob der säuft, der bringt 5.000, 6.000 Zuschauer aus Essen mit herüber“, entgegnet Gutendorf. Die 90.000 Gulden, die Enschede als Ablöse haben will, bettelt der MSV-Coach irgendwie zusammen. „Im Ruhrgebiet“, lässt der „Boss“ seine grundlegende Bereitschaft erkennen, „würde ich wieder spielen.“

Gutendorf schafft es, den Altstar zum Start der neuen deutschen Fußball-Eliteliga zum Meidericher SV zu lotsen. Im Team ist der Weltmeister praktisch der einzige Star.

„Wenn er am Ball war, wenn er abzog, hat man gesehen: Der war nicht umsonst Weltmeister“, erinnert sich MSV-Flügelspieler Horst Gecks in der DFL-Dokumentation Vizemeister Meiderich, „er war eine Lichtgestalt und er war so beliebt, weil er so natürlich war.“

Von gesunder Ernährung und Warm-up hält Rahn immer noch nichts. Im Training spielt er mit Torhüter Manfred Manglitz („Man muss auch mal verlieren können“) um Mettbrötchen. Es gilt, den Ball aus 50 Metern ins Tor zu dreschen, ohne dass er einmal aufspringt – vor dem Aufwärmen, versteht sich…

Inzwischen 34 – das quer-gestreifte Trikot der „Zebras“ ist rein optisch gesehen nichts für den Dicken – zeigt es Rahn noch einmal allen Kritikern. In 18 Spielen erzielt er 8 Tore in der Bundesliga und wird mit dem MSV Vizemeister. Knapp hinter seinem Weltmeister-Kollegen Hans „De Knoll“ Schäfer und dem 2

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