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Jamie Vardy – Diese Fußballer kamen aus dem Nichts

Jamie Vardy gehört zu den erfolgreichsten Fußballern Englands. Doch bei seinem Karrierebeginn kam er aus dem Nichts.

Dieser Jamie Vardy! Geboren 1987 in Sheffield, ist er so etwas wie der berühmteste Partygänger der Premier League. Gar nichts deutet vor 2012 daraufhin, dass dieser hagere Typ, der in seinem Leben nichts ausgelassen hat, die englische Fußball-Elite verändern wird.

Bei Sheffield Wednesday wird er mit 15 abgelehnt. Zu schmächtig, heißt es. Vardy hat in einer Kohlefaserfabrik gearbeitet. Er wird Amateurkicker bei den Stocksbridge Park Steelers, bedient mit Sauf-Orgien und Fastfood von der Tankstelle sämtliche Klischees des Fußball-Prolls. Als sich Vardy 2007 eine Stadion-Schlägerei mit Körperverletzung leistet, muss er 6 lange Monate eine elektronische Fußfessle tragen, erhält zudem eine Ausgangssperre zwischen 6 und 18 Uhr. Das erschwert seine Einsätze auf dem Fußballplatz ungemein. Ein Justizbeamter ist immer an der Bande oder nahe der Umkleidekabine. „Ich musste schauen, dass ich rechtzeitig zu Hause bin“, erzählt Vardy im Oktober 2015 der Zeitung Leicester Mercury, „oft wusste ich nicht, wie unser Spiel ausging.“

Der siebtklassige Halifax Town FC lässt sich Vardys Torjägerqualitäten 2010 schließlich 170.000 Euro kosten. Ein lohnender Deal: Mit 27 Toren in 37 Liga-Spielen schießt Vardy den Klub zur Meisterschaft, 2011 wechselt er zu Fleetwood.

 

Vardy wird durch Nahbarkeit zum Fan-Liebling

„Wir wussten, dass er ein besonderer Spieler ist“, sagt Halifax’ damaliger Klubchef David Bosomworth über ihn. „Er war hungrig, leidenschaftlich und extrem fleißig.“ Vardys Erfolgsformel scheint dies zu bestätigen. „Ich habe immer versucht, keine großen Träume zu haben und mich langsam hochzuarbeiten“, sagt der Spätberufene. Diese Zurückhaltung und seine Fan-Nähe – Vardy ist immer für einen Smalltalk mit den Anhängern auf dem Stadion-Parkplatz zu haben – machen ihn aus. Der Wechsel zu Leicester City vom fünftklassigen Klub Fleetwood Town ist schließlich im Sommer 2012 für Jamie Vardy die oft zitierte „letzte Chance“ im Profifußball.

Mit 31 Saisontreffern und 17 Assists hat Vardy zuvor bei Fleetwood Town entscheidenden Anteil am ersten Aufstieg des Klubs in eine Profiliga. Kurios: Von den bis zu 30 Scouts und Spielerbeobachtern in Fleetwoods Highbury Stadium erkennt nur Leicester-Späher Nigel Pearson Vardys Potenzial. Er holt Vardy für 1,24 Millionen Euro – bis dahin ein Rekord im englischen Amateurfußball. Bei Leicester City steuert Vardy 2013/2014 insgesamt 16 Tore zur Rückkehr in die Premier League bei.

2015/2016 dann das Märchen-Jahr des Jamie Vardy: Premier-League-Meister mit Leicester City.

Außerdem die Einstellung des Tor-Rekords von Ruud van Nistelrooy mit mindestens einem Treffer in 11 aufeinanderfolgenden Premier-League-Spielen. Die persönliche Krönung: Jamie Vardy wird Fußballer des Jahres 2016 in England! Seine Eskapaden sind längst passé. Sie sind Teil des Vardy-Kults, eben ganz so, wie man die Engländer kennt.

Als Fangesang Jamie Vardy’s having Party – Bring your Vodka and your Charlie (Dt.: „Jamie Vardy gibt eine Party, bringt Euren Wodka und Euer Kokain mit“) finden sie den Weg auf die Tribünen des King Power Stadium und zu den Spielen der englischen Nationalmannschaft, für die Vardy am 7. Juni 2015 im Alter von 28 Jahren debütiert. Größter Erfolg: Platz vier bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Da Vardy bei diesem Turnier auch für sich in Anspruch nehmen kann, Mitglied der englischen Nationalmannschaft gewesen zu sein, die erstmals bei einem WM-Turnier ein Elfmeterschießen – im Achtelfinale gegen Kolumbien ist es soweit – gewonnen hat, tritt er auch auf dem Höhepunkt ab.

Rücktritt aus der Nationalmannschaft um Meisterschaft

Am 28. August 2018 verkündet er seinen Rücktritt aus der englischen Nationalmannschaft, nach 26 Länderspiel-Einsätzen und sechs Toren. Die Vardy-Party geht danach bei Leicester weiter. Natürlich, wie könnte es anders sein, mit einem Rekord für die Ewigkeit. Meister als Underdog 2016, das ist Vardy und den „Foxes“ zu wenig, um im Premier-League-Geschichtsbuch nicht überschlagen zu werden.

Am 25. Oktober 2019 fährt Leicester City beim 9:0 bei den bedauernswerten „Saints“ vom FC Southampton den bis dahin höchsten Sieg in der Premier-League-Geschichte ein. Jamie Vardy trifft allein drei Mal.Videoinhalte – Der Video-Player oben zeigt zunächst das Video über Jamie Vardy, danach automatisch folgend weitere Videos unseres Dossiers: „Diese Fußballer kamen aus dem Nichts”

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