VfB Stuttgart und die Meister-Sensation 2007: Bayern ignorierte ihren Coach



Armin Veh als Meistertrainer: Die Bayern sagten ihm nicht mal ab...

VfB Stuttgart Meister Sensation
Deutscher Meister 2007 – Der VfB Stuttgart als Gesamt-Kunstwerk. Foto: Imago Images / Avanti
Eine Meister-Sensation wie die des VfB Stuttgart in der Saison 2006/2007 hat die Fußball-Bundesliga selten gesehen. Der bei Bayern München zurückgewiesene Trainer Armin Veh machte es möglich.

„Das Wunder von Stuttgart: Der Nicht-Titel-Tipp VfB Stuttgart ist Deutscher Meister. Wie konnte das geschehen?“, schreibt der Münchner Merkur, „die Macher sind ein ehemaliger Spieler des TSV 1860 – und ein früherer Praktikant der Münchner Löwen.“

Beim Tabellenneunten der Vorsaison rechnen viele Skeptiker mit dem gleichen Lauf der Dinge wie unter den letzten beiden Trainern Giovanni Trapattoni und Matthias Sammer, die beide nicht länger als jeweils ein Jahr im Amt bleiben. Der Start geht schon mal gründlich daneben: 0:3 gegen den 1. FC Nürnberg, der den Schwaben auch im Pokalfinale eine Niederlage zufügen wird, und damit Tabellenletzter. Umgekehrt wird man am letzten Spieltag auf Rang eins stehen. Schwäbische Logik.

Aber: Trainer Armin Veh gilt schon nach den erste 90 Saisonminuten als Kandidat auf die erste Entlassung der Saison. Doch mitnichten! Am neunten Spieltag bezwingen die Schwaben den späteren Titel-Konkurrenten FC Schalke 04, der am 26. Spieltag und nach dem 1:0 im Rückspiel mit sieben Punkten vorn ist. Zum Zeitpunkt des Heimsieges gegen S04 ist der VfB, der die jüngste Mannschaft der Liga stellt, schon auf Rang vier. Tiefer wird es in dieser Saison nicht mehr gehen. Aber höher.

Die „jungen Wilden“, die sich 2003 als Vizemeister hinter den Bayern in die Herzen der Fans im Ländle und in ganz Fußball-Deutschland gespielt haben, mit Spielern wie Andreas Beck, Mario Gomez, Timo Hildebrand, Serdar Tasci und Sami Khedira, liefern ihr Meisterstück. Das 0:1 auf Schalke ist der letzte Punktverlust und ein hochdramatisches 3:2 beim VfL Bochum und gleichzeitiger Niederlage der Schalker beim Erzrivalen Borussia Dortmund (0:2 / „Nur gucken, nicht anfassen“) bringt das Team aus der Autobauerstadt am 33. Spieltag auf den Fahrersitz. Ein Sieg im Heimspiel gegen Energie Cottbus – und der VfB Stuttgart ist zum dritten Mal nach 1984 und 1992 Meister in der Bundesliga. Mit 2:1 gewinnt man gegen das Team aus der Lausitz, stürzt Schalke ins Tal der Tränen und feiert mit hunderttausenden von Fans bei hochsommerlichen Temperaturen mit Live-Musik von den Fantastischen Vier eines der kuriosesten Meisterstücke der Liga-Historie.

Die Meister-Sensation des VfB Stuttgart 2007. Eine moderne Legende. Meistertrainer Armin Veh und Manager Horst Heldt können besonders stolz sein. Veh, in Stuttgart anfangs als „Übergangslösung“ gehandelt, hat es allen Kritikern gezeigt. 1995 als Praktikant vom FC Bayern München und Otto Rehhagel schnöde und ohne Antwortschreiben abgelehnt, ist der Augsburger nun Meistertrainer. FC Bayern, hüte dich vor der Rache der Geschmähten… Und Horst Heldt? Von Trapattoni nicht mehr berücksichtigt, erweist sich die erste Amtshandlung des neuen VfB-Managers, den zuvor bei Hansa Rostock gescheiterten Veh als Nachfolger zu holen, als Glücksgriff. „Bis auf den ersten Spieltag hatten wir die ganze Saison Spaß“, sagt Heldt.

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Armin Veh war der Coach des Sensationsmeisters VfB Stuttgart von 2007. Foto: Imago Images / Team 2

Die Systematik der Videostory auf Ligalivenet

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