Bundesliga-Geschichte – Als der Schiri 14 Karten zog, 10 für die Bayern und 4 für den BVB …


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 07. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Im Jahr 1973 gibt es noch Menschlichkeit in der Bundesliga. Die durch die Verwicklung in den Bundesligaskandal geschwächten Schalker stecken tief im Abstiegskampf und kriegen sogar bei Aufsteiger Wuppertaler SV eine Klatsche. Als es für den WSV nach einer Stunde 4:1 steht, ordnet dessen Trainer Horst Buhtz Schonung an, „um den ohnehin schon leidgeprüften Gegner nicht zu deklassieren.“ Es bleibt beim 4:1. Gegen die Art von Schiebung hat keiner was einzuwenden.

Im Jahr 1977 hat Bayern München seinen Bomber wieder und alle kriegen es sofort mit. Im ersten Spiel nach seiner Bandscheibenoperation 70 Tage zuvor geht Gerd Müller schon nach 40 Sekunden seiner Passion nach und schießt das 1:0 gegen Kaiserslautern (3:0-Endstand). Schon an Grün-Donnerstag 1977 ist Müller wieder auferstanden. Sein trockener Kommentar: „Der Ball ist mir genau vor die Füße gefallen.“ Und dann macht es eben Bumm!

Am 26. Spieltag im Jahr 1979 gibt es nur einen Auswärtssieg und den haben die Gäste eigentlich nicht verdient. Nach dem 1:0 in Bochum durch ein Rummenigge-Tor ist wieder viel vom Bayern-Dusel die Rede. Schon das Eckenverhältnis spricht Bände: 10:0 für Bochum. Wie man seinen Heimvorteil ausnutzt, beweist dagegen der 1. FC Kaiserslautern schon die ganze Saison 1978/79 über. Das 3:1 gegen Dortmund ist der zwölfte Sieg im 13. Heimspiel, bei einem Remis. Der FCK führt die allerdings schiefe Tabelle an und der Kicker fragt: „Meisterwerk am Betzenberg?“

Dicke Luft gibt es am 07. April 1989 in Leverkusen. Nach dem 0:2 bei Aufsteiger FC St. Pauli stellt die Mannschaft die Trainerfrage. Der unbeliebte Trainer Rinus Michels, Europameisters 1988 mit der Niederlande, wird zum Sündenbock erklärt. „Michels kann uns nicht mehr motivieren. Er hat wohl keine Lust mehr“, stellt Torwart Rüdiger Vollborn fest. Präsident Fischer dazu: „Wenn das in der Zeitung steht, ist es schlechter Stil. Ich muss Rüdiger fragen, wie es zustande gekommen ist.“ 1989 leben wir noch in der Zeit vor der Autorisierung von Spielerinterviews. 

Bayern, Dortmund, Schiedsrichter Strampe
Schiedsrichter Hartmut Strampe bricht den Bundesligarekord mit 14 Karten in nur einem Spiel. Copyright: Imago images

07. April 2001: 14 Schiri-Karten in einem Spiel - Bundesligarekord!

Mehmet Scholl FC Bayern
Mehmet Scholl erhält 1996 Morddrohungen! Sollte Gladbach nicht für seine Sicherheit garantieren können, drohen die Bayern mit einer Absage. Copyright: Imago images

Ist der 07. April 1995 der ideale Zeitpunkt einen Trainer zu entlassen? Den gibt es wohl nicht. Am  Tag vor einem Spiel muss das allerdings kein Fehler sein, wie Bayer Leverkusen beweist. Es setzt am 7. April 1995 um 23.30 Uhr Dragoslav Stepanovic vor die Tür und schlägt am nächsten Tag unter Co-Trainer Peter Hermann Borussia Mönchengladbach mit 3:1. Stepi nimmt’s gelassen: „Ich kümmere mich jetzt erst mal um meine Rottweiler.“

Am 07. April 1996 gibt es Bodyguards an der Eckfahne am Gladbacher Bökelberg. Weit ist es gekommen anno 1996, als Bayern Münchens Fanliebling Mehmet Scholl sich plötzlich Morddrohungen ausgesetzt sieht. Und das an Ostersonntag! Nur unter besonderen Schutzmaßnahmen ist Bayern bereit, Scholl einzusetzen. Manager Uli Hoeneß: „Man sollte das nicht unterschätzen, aber auch nicht überbewerten.“ Bayern verliert 1:3.

Im Jahr 2001 sind Gelb und Rot die Farben der Spitzenteams 2000/01 und daran scheint sich auch Schiedsrichter Hartmut Strampe zu orientieren. Er zeigt beim Gipfeltreffen zwischen Borussia Dortmund und Bayern München (1:1) zwei Rote, eine Gelb-Rote und zehn Gelbe Karten. In summa 14 Karten – Bundesligarekord! Allein zehn Karten gehen an die Bayern, auch das ist Bundesligarekord für eine Mannschaft. Stefan Effenberg sieht Rot, Bixente Lizarazu die Ampelkarte, Giovane Elber und Thomas Linke sind nach der fünften Gelben gesperrt. Ein Punkt gewonnen, vier Spieler verloren – Bayern war schon erfolgreicher in Dortmund. Und Herr Strampe schon glücklicher: Spaß gemacht hat’s nicht!“

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07. April 2006: Klinsmann macht Kahn zur Nummer 2 ...

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Bundestrainer Jürgen „Klinsi“ Klinsmann, bricht die Moral des „Titan“ Oli Kahn, als er ihn zur Nummer 2 in der Nationalmannschaft herabstuft. Die Bayern verlieren daraufhin 0:3 gegen Bremen. Timing ist alles ... Copyright: Imago images

Der Bundestrainer greift in den Titelkampf 2006 ein. So sehen es jedenfalls die Bayern, als Jürgen Klinsmann ihrem Torwart Oliver Kahn erklärt, dass er bei der WM im eigenen Land nur die Nummer 2 hinter Jens Lehmann sei. Ein Schock für den Titan am Tag vor dem Spiel in Bremen, wo ihn die Werder-Fans verspotten („Ohne Olli fahren wir zur WM“) und das prompt mit 0:3 verloren wird. Kahn verlässt das Gesprächszimmer im Münchner Dorint-Hotel mit den Worten „Ich wünsche euch alles Gute“ und hat den Rücktritt aus der Nationalelf im Kopf. Nicht nur Bayern-Präsident Uli Hoeneß hält den Zeitpunkt des Urteils „für gewöhnungsbedürftig, aber vielleicht geht da wieder ein Flieger nach Kalifornien.“

Ein 18jähriger Deutsch-Türke deutet am 07. April 2007 sein Potenzial an. Mesut Özil tanzt durch die Abwehrreihen und trifft beim 2:0-Heimsieg der Schalker gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach. Ganz Schalke träumt an diesem Apriltag 2007 vom Titel, der Verein steht zum 50. Mal in seiner Bundesligageschichte auf Platz 1. Die Freude darüber kann auch der Umstand nicht wesentlich trüben, dass Borussia Dortmund durch ein 4:1 in Aachen die Abstiegsränge verlässt.

Am 07. April 2018 ist es soweit. Bayern München wird wieder mal Meister. Nach dem 4:1 in Augsburg sind sie fünf Spiele vor Schluss bei 20 Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen und Jupp Heynckes führt seinen Auftrag zu einem guten Ende. Übernommen hat er die Bayern im Oktober 2017 bei fünf Punkten Rückstand. Mit 72 wird er ältester Meistertrainer aller Zeiten in Deutschland. Noch ist die Schale, die er zum vierten Mal holt, allerdings aus Pappe.

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