Bundesliga-Geschichte – Matthäus’ im Abschiedsfieber und BVB in der Krise!


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 26. März in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Im Berliner Olympiastadion wird 1966 Bundesligageschichte geschrieben. Das längst abgeschlagene Schlusslicht Tasmania unterliegt dem Meidericher SV mit 0:9. Es ist die noch immer höchste Heimniederlage bzw. der höchste Auswärtssieg eines Bundesligisten. Nur gut für Tasmania, dass die Blamage nur noch 1500 Unentwegte sehen. Meiderichs Werner „Eia“ Krämer hat Mitleid mit Nationalelfkollege Horst Szymaniak, einziger Star von Tasmania: „In solch einer Mannschaft muss auch ein großer Fußballer wie er sein Selbstbewusstsein verlieren.“

Am 26. März 1975 fiel an Ostern noch Schnee. Zwei der vier angesetzten Nachholspiele am Tag vor Grün-Donnerstag 1975 fallen wieder aus. Zum Glück nicht in Köln, wo der 1. FC beim 4:0 gegen den HSV gleich zwei Jubilare ehrt: Heinz Simmet (500 Spiele für den FC) und Jürgen Glowacz (200). In Braunschweig vermelden sie sogar einen Bundesligarekord, obwohl oder besser weil nicht gespielt wird: schon zum 15. Mal fällt im Eintracht-Stadion ein Bundesligaspiel aus. Auf solche Bestmarken kann jeder Platzwart gut verzichten…

1977 hatten die Spieler noch Mumm. In Saarbrücken erklärt Torwart Dieter Ferner über Stadionlautsprecher, es sei gelogen dass der Verein ihm ein neues Vertragsangebot gemacht habe. Immerhin besänftigt ein 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln durch drei Stegmayer-Tore die Stimmungslage. PS: Ferner spielt noch drei Jahre für den FCS. Am selben Tag scheitert Franz Beckenbauer mit einem Elfmeter an Bremens Torwart Dieter Burdenski, gewonnen haben die Bayern trotzdem (1:0).

Am Betzenberg ist die Welt am 26. März 1983 wieder in Ordnung. Der Nachfolger des unbeliebten Rudi Kröner, FCK-Idol Ernst Diehl, führt den 1. FC Kaiserslautern zu deren Rekordsieg in der Bundesliga. Das 7:0 gegen den Karlsruher SC weckt indes Fragen nach der Bundesligatauglichkeit des Gegners. Für den Kicker ist der KSC nur noch „eine Stammtischmannschaft“. Dass sie doch Profis sind, macht die Reaktion des Vorstands deutlich: (Nur) die Stürmer Max Hagmayr und Beppo Hofeditz wurden zu einer Gelstrafe von 3000 DM verurteilt.

Einbußen beklagen sie auch bei KSC-Rivale VfB Stuttgart, wo selbst Siege nicht mehr glücklich machen. Nach dem 4:1-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt reduziert der Vorstand die Siegprämien von 1500 auf 100 DM. Grund: zu wenige Zuschauer wollen den VfB noch sehen. Im März 1983 sind es nur 15.000.

Lothar Matthäus (Gladbach zu Bayern ) – erst wechselt er die Fronten, dann verschießt er den Elfmeter Foto: Getty Images
Lothar Matthäus (Gladbach zu Bayern ) – erst wechselt er die Fronten, dann verschießt er den Elfmeter Foto: Getty Images

26. März 1988: Lothar Matthäus wechselt zu Inter!

Lothar Matthäus (FC Bayern München) Wechsel zu Inter Mailand.
Lothar Matthäus (FC Bayern München) Wechsel zu Inter Mailand. Foto: Imago

Pierre Littbarski 1986 nicht mehr im Trikot des 1. FC Köln? Bis 1986 schier undenkbar, dann wird der Wechsel des beliebten Dribbelkünstlers zu Racing Paris öffentlich. Sein Klub wird immerhin mit 2,4 Millionen DM entschädigt, aber „Litti“ dort nie glücklich werden.

Werder Bremen stellt am 26. März 1988 die Weichen für die zweite Meisterschaft. Durch ein 3:1 im Gipfeltreffen gegen die Bayern, obwohl denen ein äußerst denkwürdiges Tor geschenkt wird. Werder-Libero Gunnar Sauer hört Pfiffe, die sonst keiner hört und fängt im Strafraum den Ball. Schiedsrichter Joachim Kautschor war es nicht, er gibt Elfmeter. Den darf Lothar Matthäus noch verwandeln, nach einer Stunde wird er von Jupp Heynckes ausgewechselt. Jupp: „Ich war mit Lothars Leistung überhaupt nicht zufrieden.“ Am Abend verkündet Manager Uli Hoeneß auf dem Münchner Flughafen Matthäus‘ Wechsel zu Inter Mailand. Alles Zufall?

Am selben Tag meldet der FC Homburg im 30. Spiel seinen ersten Auswärtssieg seiner Bundesligageschichte – 2:1 in Frankfurt. Hannover 96 feiert seinen höchsten Bundesligasieg, fühlt sich beim 6:1 gegen Leverkusen aber nicht gewürdigt, es kommen nur 9214 Zuschauer.

Der VfB Stuttgart kandidiert 1990 in der Rubrik schnellste Trainerentlassung und entlässt Arie Haan. Das Telefonat mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder dauert nur 15 Sekunden, was auch an der unchristlichen Uhrzeit gelegen haben mag. Der 25. März 1990 ist erst 30 Minuten alt, als er sein erstes Opfer fordert – einen fliegenden Holländer. Warum nur? Zwar steht der VfB auf dem fünften Platz, aber MV glaubt „dass der Uefa-Cup-Platz eher mit Willi Entenmann zu erreichen ist“.

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26. März 2010: Dortmund in der Krauss-Krise!

Marco Reus schlug nach der 1:3-Niederlage von Borussia Dortmund bei Aufsteiger 1. FC Union Berlin Alarm....
Sehen wir diese Pose jetzt nach jedem BVB-Auswärtsspiel? Marco Reus schlug nach der 1:3-Niederlage von Borussia Dortmund bei Aufsteiger 1. FC Union Berlin Alarm.... (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Am 26. März 2000 muss man sich langsam Sorgen um Borussia Dortmund machen. Das 2:3 in Bremen ist schon das neunte sieglose Spiel in Folge und auf Platz 12 erkennt auch Trainer Bernd Krauss: „Die Lage ist kritisch.“ Auch für ihn.

Schalke 04 beendet 2003 das Experiment mit Trainerdebütant Frank Neubarth (41). Rudi Assauer stellt ihm in der für Trainer seit jeher gefährlichen Länderspielpause im März 2003 den Stuhl vor die Tür – auf Platz 6. Neubarth: „Der Manager hat die Reißleine gezogen und will die Chance auf Platz Fünf wahren, damit muss ich leben“, spricht er schon wie ein alter Hase. Nachfolger wird Euro-Fighter Marc Wilmots (34), noch jünger und ohne Lizenz, bis dahin Schalker Spieler. Er bekommt eine Sondergenehmigung und haut auf die Pauke: „Ich kann Schalke als Trainer mehr helfen als als Spieler.“

Noch einer steigt an diesem Tag ein: Weltmeister Jürgen Kohler wird Sportdirektor von Bayer Leverkusen.

Mancher Journalist kann der Versuchung nicht widerstehen und bemüht 2009 wieder mal das Bild vom fliegenden Holländer. Denn Schalke 04 trennt sich von Trainer Fred Rutten – in der Länderspielpause. Schlechte Leistungen, schlechte Chemie. Spieler Jermaine Jones hat ihm öffentlich vorgeworfen, „eine Zweiklassengesellschaft“ etabliert zu haben. So habe Kevin Kuranyi immer ungestraft zu spät zum Training kommen dürfen. Altmeister Klaus Fischer hat noch einen Kritikpunkt: „4-3-3 kann man spielen wenn man Messi, Eto’o und Henry hat.“ Nun steht Schalke ohne Trainer und Sportdirektor da, Andreas Müller war schon am 9. März beurlaubt worden.

Ab dem 26. März 2014 bekommt Armin Veh endlich nicht mehr das Zittern wenn er den Namen Lucien Favre hört. Im siebten Anlauf kann eine Veh-Mannschaft endlich eine Favre-Mannschaft schlagen. Der Spanier Joselu schießt das goldene 1:0 für die Frankfurter Eintracht gegen Borussia Mönchengladbach.

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