Bundesliga-Geschichte – Der FC Bayern siegt 9:2 und der VfB lässt Dortmund erzittern


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 30. März in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Im Jahr 1964 hat auch das abgeschlagene Schlusslicht endlich den ersten Heimsieg eingefahren. Nach dem 2:1 über Borussia Dortmund macht Saarbrückens Präsident Eugen Keller 1964 einen ebenso ungewöhnlichen wie aussichtslosen Vorschlag: „Man dürfte im ersten Jahr, bei so viel Neuland das alle vorfanden, keine Mannschaft absteigen lassen.“

Bayerns Nationalspieler Uli Hoeneß verdient sich 1974 beim 4:0 in Duisburg eine Sonderprämie. Trainer Udo Lattek monierte, dass der schnelle Uli zwar viele Tore erziele, aber nie mit dem Kopf. Wo er doch so schlau ist! In Duisburg bricht der Bann, Hoeneß bringt sein erstes Kopfballtor der Saison 1973/74 immerhin 100 DM ein – von Lattek.

Am selben Tag findet das zweite Kölner Derby der Bundesligageschichte statt. Wie im Hinspiel (2:0) bleibt die Hierarchie intakt, diesmal hat der 1. FC Köln mit Aufsteiger Fortuna noch weniger Mitleid (5:0), Heinz Flohe empfiehlt sich mit einem Dreierpack für die WM im eigenen Land.

Anzeigetafel mit dem sensationellen Endergebnis 4:4! Borussia Dortmund verspielte eine 2:0-Führung gegen den VfB Stuttgart.
Anzeigetafel mit dem sensationellen Endergebnis 4:4! Borussia Dortmund verspielte eine 2:0-Führung gegen den VfB Stuttgart. Copyright: imago/Avanti

30. März 1996: Gerd Müller landet wieder mal einen Treffer ...

Gerd Müller (links) und Mehmet Scholl 2009 in Erfurt.
Gerd Müller (links) und Mehmet Scholl 2009 in Erfurt. Foto: Imago Images / Gerhard König

Auf der Bielefelder Alm hütet am 30. März 1985 Wolfgang Rolff, ein wuseliger Mittelfeldspieler, in der Schlussviertelstunde das HSV-Tor. Denn Uli Stein wird mit Gehirnerschütterung vom Platz getragen. Wenigstens muss er sich um seinen Job keine Sorgen machen, „Vertreter“ Rolff kassiert noch drei Tore. Der HSV verliert mit 1:4 und Manager Günter Netzer die Contenance: „Was wir hier geboten haben, war fast schon vereinsschädigendes Verhalten.“

Schaden erleidet auch der Verein 1. FC Kaiserslautern, sein Heimspiel gegen Bochum muss ausfallen. Der Schuldige ist jedoch schlecht abzumahnen: ein Flutlichtmast droht unter den Märzstürmen 1985 einzustürzen, Sicherheit geht vor. VfL-Trainer Rolf Schafstall wittert indes Betrug: „Da bestand nicht die Gefahr, dass der Mast wackelt. Der 1. FCK wackelt derzeit, das ist es.“

Eintracht Frankfurt demontiert am 30. März 1996 ihr Idol. Der „treue Charly“, Bundesligarekordspieler Karl-Heinz Körbel, ist im Frühjahr 1996 der Trainer im Abstiegskampf. Die Treue endet am Tag der 0:2-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach und dem Sturz auf Platz 15. Präzise um 17.21 Uhr, kaum dass Trainer und Spieler in der Kabine sind. Das Irritierende daran: erst sieben Tage zuvor haben sie seinen Vertrag verlängert. Per Handschlag, wie unter Freunden eben so üblich. Per Handstreich endet nun die Zusammenarbeit und wer kommt, genau drei Jahre nach seinem Rücktritt in Frankfurt, zurück? Dragoslav Stepanovic“ Motto: „Lebbe geht wieder los!“

Beim Gipfeltreffen zwischen Bayern München und Borussia Dortmund (1:0) fliegen die Fetzen und 13 Jahre nach Karriereende landet sogar Bomber Gerd Müller wieder mal einen Treffer. In der hitzigen Partie kommt es auch am Seitenrand zu Kabbeleien und man sieht Bayerns Co-Trainer Dortmunds Libero Julio Cesar treten. Da er Legendenschutz genießt, kommt er davon. Manager Uli Hoeneß beschwichtigt: „Alles ganz harmlos und nach dem Spiel vergessen.“

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30. März 2012: Stuttgart lehrt Dortmund das Fürchten und Bayern schreddert den HSV ...

Claudio Pizarro im Torrausch! Er lässt den FC Bayern jubeln und zerlegt den HSV fast im Alleingang!
Claudio Pizarro im Torrausch! Er lässt den FC Bayern jubeln und zerlegt den HSV fast im Alleingang! Copyright: imago/Sven Simon

Keiner schießt 2002 schneller als „der Schwatte“. Bayer Leverkusen führt in Kaiserslautern schon nach elf Sekunden, Ulf Kirsten stellt den Bundesligarekord von Giovane Elber ein. Auch deshalb ist es „ein toller Spieltag für uns“, findet Trainer Klaus Toppmöller nach dem 4:2 an seiner einstigen Wirkungsstätte. Bayer führt Ende März 2002 die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung an.

Am selben Tag macht noch ein Stürmer von sich reden: Martin Max von 1860 München fabriziert als Einwechselspieler einen Hattrick gegen St. Pauli – binnen zwölf Minuten. Erstaunlich dass das kein  Rekord ist.

Im Westfalenstadion steigt am 30. März 2012 die beste Partie des Spieltags schon am Freitagabend. Was Tabellenführer Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart abliefern, ist einfach nur „ein Wahnsinn“ (Kicker). Dortmund führt bis zur 71. Minute mit 2:0, dann schießt der VfB in acht Minuten drei Tore. Es ist nur die halbe Miete im Endspurt, Borussia kontert und zieht auf 4:3 davon. Dann schlenzt Joker Christian Gentner den Ball in Minute 90+2 mit links zum 4:4 in den Winkel. Krönender Abschluss allerbester Freitagabendunterhaltung. Der BVB verpflichtet allerdings nicht ihn, sondern den zweimaligen Torschützen Julian Schieber zur nächsten Saison…

Die Bundesliga erlebt 2013 wahre Festtage. Erst ein Schützenfest, dann ein Grillfest. Das Schützenfest veranstaltet der kommende Meister 2013, Bayern München. Er zerlegt den HSV mit sage und schreibe 9:2, so viel Tore hat der Dino nie kassiert im Oberhaus. Schon zur Pause steht es 5:0, Claudio Pizarro schießt allein doppelt so viele Tore wie der HSV. Der schämt sich in Grund und Boden und lädt seine mitgereisten Fans auf eigene Kosten Tage später zu einem Grillfest ein. Dass die Bayern zum Schützenfest bereits nach 27 Spieltagen noch die Meisterschaft 2012/13 feiern können, verhindert nur Dortmunds 2:1 in Stuttgart.

Der 1. FC Nürnberg, seit elf Spieltagen Letzter, übergibt am 30. März 2019 die Rote Laterne an Hannover 96. Nach 20 Spielen endet mit dem 3:0 über einen desolaten FC Augsburg die längste Misserfolgsserie der Franken in der Bundesliga gerade noch rechtzeitig um nicht Platz zwei hinter Tasmania Berlin (31 Spiele) einnehmen zu müssen. „Ich bin froh dass wir endlich nicht mehr über irgendwelche Serien reden müssen“, verkündet der neue Trainer Boris Schommers nichtahnend dass es sein einziger Sieg bleiben wird.

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