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FK Obilic Belgrad – Meister im Sumpf der Kriegsverbrechen

Der FK Obilic Belgrad wird 1998 Meister in Serbien. Ein trügerischer Schein-Erfolg. Der Warlord ,,Arkan” Zeljko Raznatovic hat den Klub im Sumpf von Krieg und Kriegsverbrechen nach oben geführt. Bayern München verhindert die Champions-League-Teilnahme des No-Name-Klubs.

Obilic Belgrad Meister

Seit vielen Jahrzehnten dominierten in Serbien die Vereine von Partizan und Roter Stern Belgrad die Liga. Doch in den Wirren von Bürgerkrieg und Kriegsverbrechen schaffte der FK Obilic Belgrad 1998 die Meister-Sensation. Kritische Stimmen über den von Klub, den „Arkan, der Tiger“ nach oben jazzte, gab es genug. Bayern München verhinderte, dass man in der Champions League noch zusätzliche Millionen scheffeln konnte.

1998 schafft der FK Obilic in dem vom Bürgerkrieg ausgebluteten Land als Aufsteiger überraschenderweise auf Anhieb den Meistertitel. Der Vorteil damals ist, dass der Verein im Gegensatz zu den anderen Vereinen viel Geld hat, was vermutlich aus Kriegsbeute und Blutgeld stammt. Zusammengerafft von einem, der als „Arkan, der Tiger“ zu den meist gehassten Figuren des jugoslawischen Bürgerkriegs gehört: Zeljko Raznatovic († 2000). Der „Psycho mit dem Babyface“, wie ihn eine History-Dokumentation tituliert, hat schon lange vor dem Krieg den jugoslawischen Fußball kriminalisiert.

Zunächst sieht alles ganz legal aus. Er gründet in Belgrad eine Firma, welche die ausschließlichen Rechte für die Vermarktung von Fanartikeln des populärsten jugoslawischen Fußballklubs Roter Stern Belgrad erhielt. 1989 wird er Vorsitzender des Fanclubs der Delije, einem als nationalserbisch bekannten Fußballklub. Für diese Funktionen hat er politische Protektion des mächtigen serbischen Politikers Slobodan Milosevic.

„Arkan“ ist in der Fanszene des Fußballklubs tätig und setzt seine ihm ergebenen Hooligans für politisch motivierte Aktionen ein. Wie im Mai 1990, bei den schlimmen Ausschreitungen im Stadion Maksimir gegen das kroatische Team Dinamo Zagreb. Ein Vorbote des fünf Jahre anhaltenden Bürgerkriegs, der 1992 dazu führt, dass Jugoslawien nicht an der EURO in Schweden teilnehmen darf.

Mit seiner serbischen Freiwilligen-Garde „Arkans Tigers“, die sich ebenfalls aus Hooligans rekrutiert haben soll, zieht Raznatovic während des Krieges eine blutige Spur durch drei jugoslawische Teil-Republiken. Mit Hilfe seines im Krieg und durch seine mannigfachen kriminellen Aktivitäten erlangten Vermögens erwirbt Ražnatović den Belgrader Fußballklub FK Obilić, den er auch zur Geldwäsche nutzt. Die Auswärtsspiele seines Teams in den europäischen Wettbewerben, unter anderem im August 1998 in München, kann er nicht besuchen, da er aufgrund des vom Internationalen Kriegsverbrechertribunal ausgestellten Haftbefehls im Ausland mit seiner Verhaftung rechnen muss. Unter Raznatovic gelingt dem FK Obilic 1998 als Aufsteiger der Gewinn der serbischen Meisterschaft.

Der FK Obilic Belgrad als Meister? Kein Fußballmärchen, sondern eine Räuberpistole. „Seinen wundersamen Aufstieg verdankt der FK Obilic einem Mann, dessen Name für die Brutalität des Bosnien-Krieges steht: Zeljko Raznatovic, genannt Arkan („Raubkatze“) – ehemaliger Tschetnik-Führer, international gesucht wegen Schutzgelderpressung, Raub und Drogenhandels“, schreibt DIE WELT am 12. August 1998 über den serbischen Emporkömmling, „angeblich steht er als mutmaßlicher Kriegsverbrecher auf einer geheimen Fahndungsliste des Haager Tribunals.“ Und nicht nur dort. Raznatovic haben noch ganz andere Leute auf der Liste. Am 15. Januar 2000 wird „Arkan“ nebst zwei Leibwächtern in der Lobby des Hotels Intercontinental in Belgrad von vier Männern regelrecht hingerichtet. Den Absturz seines Vereins, den man 2002 zum letzten Mal im UEFA Intertoto-Cup sieht und der 1998/99 die Champions-League-Gruppenphase nur durch ein 1:5 in der Addition gegen den FC Bayern München verpasst, erlebt der zweifelhafte Gönner nicht mehr mit.

Die Sensation ist längst vergessen. Heute ist der serbische Meister FK Obilic Belgrad in der Versenkung verschwunden. In der Saison 2019/2020 spielt er in der 7. Liga Serbiens. Die offizielle Webadresse steht zum Verkauf. Traurig sein muss man darüber nicht.Videoinhalte – Der Video-Player oben zeigt zunächst das Video über den FK Obilic Belgrad, danach automatisch folgend alle weiteren Videos unseres Dossiers: “Das sind Europas Sensationsmeister von 1970 bis 2019.”

Alternativ empfehlen wir weite Ligalivenet-Stories, die ducch das Klicken auf das Bild, die Überschrift oder den Hinweis der weiter unten folgenden Vorschaubilder, Überschriften und Hinweise empfangbar sind.


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