Grazer AK 2003/04: Meister-Sensation in Österreich, doch dann kam Red Bull…



Graz und seine ,,Athletiker": Der 2. Klub aus der Geburtsstadt von Arnold Schwarzenegger ließ die Muskeln spielen

Grazer AK Meister Österreich
Die Fans des Grazer AK feiern den neuen Meistertrainer Walter „Schoko“ Schachner. Foto: Imago Images / Ulmer

Mai 2004. Der Grazer AK ist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte Fußball-Meister in Österreich. Durch ein 1:1 im heimischen Arnold-Schwarzenegger-Stadion gegen den SV Pasching ist den „Athletikern“ nach dem 35. und vorletzten Spieltag der Titel nicht mehr zu nehmen.

Titelverteidiger Austria Wien hat zeitgleich beim SV Mattersburg mit 1:4 gepatzt. Der GAK hat auf dem Weg zum Titel nur sechs Spiele verloren – niedrigster Wert in der Liga – und stellt mit Roland Kollmann (27 Treffer) den besten Torjäger der Saison 2003/2004.

„Ich muss das erst einmal realisieren, ich habe das noch nicht verarbeitet. Lediglich ein Freudegefühl kommt in mir auf, ich muss einmal zwei Nächte darüber schlafen, um ein gescheites Interview geben zu können“, jubelt GAK-Trainer Walter „Schoko“ Schachner, den die begeisterten Fans auf den Schultern vom Platz tragen, hinterher, „die Nervosität war zu diesem Zeitpunkt sehr groß.“

Klub-Präsident Rudi Roth bemüht gar höhere Mächte: „Ein Traum ist wahr geworden. Mein Dank geht an den Herrgott, an Schachner, an die Mannschaft und an die Fans.“ Abwehrchef Emanuel „Mad Dog“ Pogatetz trägt sich schon in der Stunde des Erfolges mit anderen Gedanken: „Der GAK wird bereit sein, eine Ablösesumme an Leverkusen zu zahlen. Aber wenn mich Leverkusen-Trainer Augenthaler unbedingt will, werde ich die Chance wahr nehmen.“

Der Linksverteidiger, 2001 von Bayer Leverkusen verpflichtet, ist nur auf Leihbasis in Graz, wird aber erst im März 2005 an den Rhein zurückkehren. Allerdings als österreichischer Double-Sieger, denn der GAK holt sich am 23. Mai 2004 in Wals-Siezenheim durch ein 5:4 im Elfmeterschießen gegen Vizemeister Austria Wien auch den ÖFB-Pokal.

Wals-Siezenheim. Hier ist im März 2003 ein neues Stadion eröffnet worden, das schon sehr bald dem neuen Branchenriesen des österreichischen Fußballs Heimstatt sein wird. Mit dem Einstieg des Getränke-Giganten Red Bull im April 2005 als 100-prozentiger Anteilsnehmer der Salzburg Sport AG des SV Austria Salzburg beginnt ein neues Fußball-Kapitel in der Alpenrepublik.

Der Grazer AK scheitert 2004 in den Qualifikationsspielen zur Champions League zwar am großen FC Liverpool, doch der Titel-Triumph wird bereits wenige Jahre später nicht hoch genug einzuschätzen sein. Schon 2006 werden die „Roten Bullen“, die ähnlich wie ab 2016 in Deutschland RB Leipzig die Fußballfans des Landes in Hater und Bewunderer spalten, als Vizemeister hinter Austria Wien ihre Führungsansprüche anmelden. Ab 2007 platziert sich Red Bull Salzburg als Abonnement-Meister Österreichs und betoniert die Liga. Für Meisterwunder wie das vom GAK ist wenig Spielraum…

Grazer AK Meister Österreich
Leih-Spieler Emanuel ,,Mad Dog" Pogatetz (r.) war bei Meister Grazer AK 2003/2004 der überragende Mann. Foto: Imago Images / Ulmer

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