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Bundesliga-Geschichte – Als Bayern Bierdusche gegen Bootsfahrt tauschte

Heute am 06. Mai in der Bundesliga: Bayern München reicht ein 1:1 in Kaiserslautern zum erneuten Meistertitel. Aus Respekt verzichten sie auf die übliche Bierdusche, da der FCK im Abstiegskampf steckt.

Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 06. Mai in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Der DFB macht sich 1963 neue Freunde und Feinde gleichzeitig. Der Bundesligaausschuss vergibt die letzten sieben Plätze für die erste Saison 1963/64 an den Karlsruher SC, Eintracht Braunschweig, 1860 München, VfB Stuttgart, Meidericher SV, Preußen Münster und den 1. FC Kaiserslautern. Die enttäuschten Mitbewerber Bayern München, Kickers Offenbach und Alemannia Aachen drohen Klagen vor Zivilgerichten an, nur Bayern wird es nicht tun.

In Kaiserslautern wird im Saisonendspurt 1968/69 der Trainer entlassen. Egon Piechaczeks Amtszeit am „Betze“ währt nur ein Jahr. So weit, so normal. Ungewöhnlich ist dass der Verein offiziell zugibt, er habe auf Wunsch der Spieler gehandelt. Nun übernimmt sein junger Assistent Dietrich Weise (34) den rebellischen Haufen. Es ist der Start einer beachtlichen Karriere.

Beim Heimspiel des HSV gegen den MSV Duisburg am 06. Mai 1977 versucht Gästemasseur Gerard Kuipers ein Tor zu verhindern. Er rennt just in dem Moment mit seinem Medizinkoffer durch den Fünfmeterraum, als Arno Steffenhagen den Ball ins verlassene MSV-Tor schlenzt. Reflexartig greift Kuipers, der eigentlich einen Spieler behandeln will, nach dem Ball. Kriegt ihn aber nicht, er hat ja auch nur eine Hand frei.Der DFB verschickt 1979 gleich fünf blaue Briefe an seine Profiklubs, deren Lizenzierungsanträge nicht genehmigt werden. Nachbessern müssen auch die Bundesligisten Schalke 04, der angehende Meister Hamburger SV und Hertha BSC. Auf Schalke ist man vom Donner gerührt. Präsident Oskar Siebert versucht das Fan-Volk zu beruhigen: „Wir gehören zu den gesündesten Vereinen, sicher nur ein Missverständnis.“ Am Ende werden alle begnadigt.

Der 1. FC Köln erbringt 1989 den endgültigen Beweis, dass vor allem Geld Profikicker zu Höchstleistungen treibt. Trainer Christoph Daum klebt vor dem Spiel bei Werder Bremen die Meisterprämie (35.000 DM) in echten Scheinen, die der Geschäftsführer aus einer Bank holen muss, an die Kabinenwand um den Kickern zu demonstrieren, worum es 1989 geht. Prompt gewinnen seine 15 Spiele ungeschlagenen Schützlinge auch diese Schlüsselpartie (2:1). Erster bleiben trotzdem die offenkundig nicht übermotivierten, aber eiskalten Bayern (1:0 gegen Waldhof Mannheim).

So einen Platzverweis hat die Liga 1995 noch nicht gesehen. Zum einen, weil es der erste des 1995 schon 37jährigen Frankfurters Rudi Bommer ist. Zum anderen, weil das Opfer ein Masseur ist. Nachdem Bochums Majid Glatz Bommer nach dessen Angaben „zweimal auf den Fuß gestiegen“ ist, revanchiert sich der mit einem Tritt gegen die Masseurswade. Die Partie in Bochum steht kurz vor dem Abbruch, am Ende gewinnt die dezimierte Eintracht mit 1:0.

Am selben Tag verweigert der Ligaausschuss Absteiger Dynamo Dresden die Lizenz für die 2. Liga.Wie im Vorjahr wird Bayern München 2006 in Kaiserslautern Meister, diesmal reicht der Magath-Elf ein 1:1. Da der FCK am 06. Mai noch tief im Abstiegskampf steckt, schenken sich die Bayern die üblichen Weißbierduschen und feiern am Abend auf einem Rheinschiff bei Köln, was im Grunde nicht viel taktvoller ist. Denn der 1. FC Köln ist am selben Tag endgültig abgestiegen und das im Stile eines Absteigers (0:6 in Bremen).

Felix Magath bereitet dem Rätselraten der zurückliegenden Tage am 06. Mai 2009 ein Ende. Er verkündet mitten im aussichtsreichen Titelkampf 2009 mit dem VfL Wolfsburg seinen Wechsel zu Schalke 04, denn „meine Ziele sind erreicht“.

Auch die zahlreichen Neider müssen 2017 anerkennen: Diese Bullen sind ganz schön toll. Erstmals erreicht ein absoluter Bundesliganeuling die Champions League. Mit einem 4:1 bei Hertha BSC sichert sich RasenBallsport Leipzig, vom Brausehersteller Red Bull erst 2009 in die Fußballwelt gesetzt, die direkte Teilnahme am begehrtesten Klubwettbewerb.


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